Leiterplatten-Anschlussklemmen Für industrielle und semi-industrielle Anwendungen

Das Angebot an Anschlusstechnik ist groß und die Hersteller sind zahlreich – von der Miniaturklemme bis zum leistungsstarken Steckverbinder für mehrere hundert Ampere hält der Markt für nahezu jede Applikation eine passende Lösung bereit. Ein Überblick.

von Thorsten Friedrich, Produktmarketing Leiterplatten-Anschlusstechnik bei Phoenix Contact.

Die Anschlusstechnik dient hier nur einem Zweck – einen Draht oder eine Leitung mit einer Leiterplatte oder einem anderen Draht zu verbinden, um Daten, Signale oder Leistung zu übertragen. Anders als bei der Lötstelle ist die Verbindung per Klemme einfach zu bedienen und jederzeit wieder lösbar. Die Applikation spielt dabei kaum eine Rolle: ob es sich nun um regenerative Energien, MSR-Technik oder Anwendungen aus der Gebäudetechnik handelt – es geht immer darum, Geräte mit Energie, Daten oder Signalen oder auch Kombinationen daraus zu versorgen.

Der Aufbau einer Leiterplattenklemme unterscheidet sich hauptsächlich durch die Anschlussart. Die häufigste Anschlussart ist die Schraubtechnik – dann folgen Federtechnik und Schneidanschluss sowie der Pierce-Anschluss, bei dem ein Dorn die Isolierung durchtrennt, um den Kontakt zum Inneren des Leiters herzustellen. Weil der Leiter beim Schneid- und Pierce-Anschluss ohne Vorbehandlung an die Klemme angeschlossen wird, spart der Anwender Zeit und Kosten. Nachteilig ist allerdings die engere Bandbreite des Querschnittbereiches, der sich anschließen lässt (Bild 1).

Bei der Anschlusstechnik der Leiterplattenklemmen geht der Trend in Richtung Federanschluss mit Direktstecktechnik. Hier ist der Leiter lediglich abzuisolieren, starre Leiter sowie flexible Leiter mit Aderendhülse lassen sich werkzeuglos anschließen. Bei dieser Anschlusstechnik, auch als Push-in-Technik bezeichnet, können Leiter ohne Aderendhülse bequem angeschlossen werden, indem man den Klemmraum mittels Lösetaste oder Schraubendreher öffnet. Der Leiter lässt sich zudem problemlos wieder lösen und erneut anschließen (Bild 2).

Schraubklemme noch Nummer eins

Den größten Marktanteil bei den Leiterplattenklemmen hat die Schraubklemme. Die bewährte Technik ist jedem Installateur weltweit vertraut, und auch Laien können mit dieser Technik Geräte problemlos anschließen. Es gibt drei Arten von Schraubklemmen: mit Zughülsen-Prinzip, mit Drahtschutzbügel-Prinzip sowie die einfache Schraubklemmung ohne Drahtschutz, die man von der klassischen Lüsterklemme aus der Gebäudeinstallation kennt. Das Zughülsen-Prinzip findet sich vorwiegend bei Anwendungen im Industrieumfeld. Bei diesem Prinzip bewegen sich die Klemmkörper beim Drehen der Schraube zu einander – dadurch lassen sich auch kleine Leiter anklemmen und es wird fast eine Nullkraftklemmung erreicht.

In semi-industriellen Märkten findet sich häufig das Drahtschutzbügel-Prinzip: Ein elastischer Metallbügel legt sich von oben auf den Leiter und verbindet dadurch sicher. Eine klare Abgrenzung der Einsatzgebiete gibt es allerdings nicht, da sich die elektrischen Eigenschaften beider Prinzipien ähneln.