Bedienpanels Beleuchtete Taster erhöhen Arbeitssicherheit

Bild 1: Verschiedenfarbige Leuchtringe dienen zur Statusanzeige oder zur Illumination.
Bild 1: Verschiedenfarbige Leuchtringe dienen zur Statusanzeige oder zur Illumination.

Industrie-4.0-Produktionsumgebungen erhöhen die Anforderungen an die Mensch-Maschinen-Kommunikation. Um Prozesse steuern sowie überwachen zu können, müssen Bedienpanels die Zustandsinformationen für den Mitarbeiter intuitiv bereitstellen. Nur so kann er im Notfall schnell und richtig eingreifen.

Ob direkt an der Maschine beziehungsweise am Produktionsmodul verbaut oder als mobile Handheld-Lösung: Bedienpanels sind das Bindeglied zwischen Mensch und Maschine und müssen hohe Ansprüche an Bedienkomfort, Flexibilität sowie Sicherheit erfüllen. Darüber hinaus spielt das optische Erscheinungsbild in vielen Einsatzbereichen eine wichtige Rolle.

Neben der allgemeinen Steuerung von Produktionsprozessen kommt Befehlsgeräten in hoch automatisierten, modular aufgebauten Fertigungsstraßen eine zentrale Aufgabe zu: Sie müssen dem Bediener alle für die einwandfreie Produktion aber auch für die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter notwendigen Informationen schnell erfassbar kommunizieren. Im Notfall ist dadurch gewährleistet, dass der Bediener sofort reagieren und die Maschine beziehungsweise Anlage per Knopfdruck abschalten kann. Besonders geeignet für diese Anforderungen sind beleuchtete Betätiger, die Maschinenzustände mithilfe von eindeutigen Farbkennzeichnungen anzeigen. Die Firma Schlegel bietet hierfür Betätiger mit Außenleuchtring bis hin zur aktiv leuchtenden Not-Halt-Taste an.

Ein Beispiel hierfür sind die Betätiger mit Außenleuchtring der Baureihen Rontron-R-Juwel und -RX-Juwel (Bild 1). Der schmale, mattweiße Ring umfasst den Betätiger vollständig und eignet sich zur Anzeige des Maschinenstatus oder zur Illumination. Er wird mittels LEDs blau, grün, rot, weiß oder gelb beleuchtet. Alternativ dazu ist der sogenannte geteilte Ring erhältlich, dessen eine Hälfte mit roten LEDs versehen ist, die andere Hälfte mit grünen LEDs. Der geteilte Ring eignet sich insbesondere zur eindeutigen und weithin erkennbaren Kennzeichnung zweier verschiedener Schaltzustände. Beispielsweise lässt sich darüber eindeutig signalisieren, ob die Anlage ein- oder ausgeschaltet oder ob das jeweilige Produktionsmodul mit der Gesamtanlage verbunden ist. Leuchtringe zu verwenden erfordert eine Einbauöffnung von 30,5 mm Durchmesser statt der bei den genannten Baureihen üblichen 22,3 mm. Der Ring entspricht der Schutzart IP65 und wird mit der Nennspannung 24 V (AC als auch DC) betrieben.

Geht es um die Arbeitssicherheit oder darum, Anlagen im Falle von Fehlfunktionen schnell abschalten zu können, sind Not-Halt-Tasten unverzichtbar. Nach bisher gültigen Normen waren mobile Bedienstationen oder modulare Anlagenteile mit einer Not-Halt-Taste mit dauerhaft rotem Pilzknopf auszustatten. War das Bedienpanel oder das Anlagenteil nicht mit dem Gesamtsystem verbunden, sah die Norm vor, die Not-Halt-Taste abzudecken oder die ganze Einheit wegzuschließen, um eine Fehlbedienung – im Sinne einer versehentlichen Bedienung – der inaktiven Not-Halt-Funktion auszuschließen. 2016 wurde die gültige Norm erweitert und erlaubt seither auch den Einsatz von Not-Halt-Tasten, die den aktiven beziehungsweise inaktiven Zustand dank ihrer Beleuchtung anzeigen. Die Entwicklungsabteilung von Schlegel hat deswegen aktiv beleuchtbare Not-Halt-Tasten entwickelt, die die Vorgaben der DIN EN ISO 13850:2015 erfüllen.

Das Funktionsprinzip: Sind die Bedienstation oder Anlagenteile mit dem Gesamtsystem verbunden, so signalisiert der rot leuchtende Pilzknopf den aktiven Zustand der Not-Halt-Taste. Fehlt die Verbindung, ist der Pilzknopf unbeleuchtet und damit grau beziehungsweise transparent und informiert über die Inaktivität der Taste (Bild 2). Der Bediener erkennt anhand der leuchtenden Farbe sofort, ob eine aktive Verbindung besteht. Verwechslungen nach der Außerbetriebnahme der Bedienstation oder des Anlagenteils lassen sich dadurch vermeiden, das Betätigen einer inaktiven Taste ist ausgeschlossen und somit die Arbeitssicherheit erhöht. Ein Abdecken der Taste oder das Wegsperren der gesamten Einheit ist nicht mehr notwendig. Für Flexibilität bei den Einsatzbereichen hat Schlegel neben der Standardausführung für Einbauöffnungen von 22,3 mm mittlerweile verschiedene Ausführungen der aktiv leuchtenden Not-Halt-Tasten im Programm. 

Für kleine Handhelds 

Die Betätiger der Baureihe mYnitron eignen sich für mobile Handterminals oder ansteckbare Programmierpanels. Für dieses Programm hat Schlegel eine kompakte aktiv leuchtende Not-Halt-Taste mit 16,2 mm Einbaudurchmesser entwickelt (Bild 3). Sie ist in Ausführungen für die Schutzarten IP65 beziehungsweise IP67 sowie eine Bemessungsspannung von 35 V erhältlich. Darüber hinaus punktet sie mit einfacher, zeitsparender Montage nach dem Plug-and-Play-Prinzip: Der Betätiger muss lediglich in das Panel eingesetzt und mittels einer Mutter fixiert werden. Der Anschluss erfolgt dabei mittels Flachsteckanschluss. 

Mit der Not-Halt-Taste QRBDUV hat Schlegel zudem eine Variante mit integrierter Diagnoseeinheit und Blockierschutzkragen im Programm. Produzierende Unternehmen sollen dadurch höchste Anforderungen an die Flexibilität ihrer Fertigungslinien und zuverlässige Arbeitsschutzmaßnahmen in einer Lösung vereinen können.

Das Funktionsprinzip: Die Diagnoseeinheit der Not-Halt-Taste überprüft laufend den Beleuchtungszustand und damit die Aktivität des Betätigers. Schaltet sich dieser aus irgendeinem Grund ab und signalisiert damit Inaktivität, erhält der entsprechende Anlagenteil automatisch ein Signal und die Produktion – wenn in Reihe geschaltet sogar alle Module – wird gestoppt. Auch der gelb leuchtende Blockierschutzkragen führt zu mehr Arbeitssicherheit, indem er das Blockieren der Not-Halt-Taste verhindert.

Aktuell bietet Schlegel diese Taste für die Schutzart IP65 an. Zur Verfügung stehen dabei zwei Ausführungen, als Bausatz oder als Plug-and-Play-Lösung. Entscheidet sich der Kunde für den Bausatz, kann er alle Komponenten einzeln in die Einbauplatte montieren. Die Plug-and-Play-Variante eignet sich für den nachträglichen Einbau, da der Anschluss der Box einfach mit einem M12-Steckverbinder erfolgt.

Gesamtsystem betrachten 
 
Um die Anforderungen der DIN EN ISO 13850:2015 im Zusammenhang mit den steckbaren oder kabellosen Bedienstationen beziehungsweise modularen Anlagenteilen zu erfüllen, muss gleichzeitig immer mindestens ein herkömmlicher, aktiver Not-Halt-Schalter direkt an der Maschine vorhanden sein. Für größtmögliche Sicherheit darf die Not-Halt-Taste nur bei Lichtverhältnissen verwendet werden, bei denen eine klare und eindeutige Erkennbarkeit des rot beleuchteten Pilzknopfs gewährleistet ist. Bevor der Not-Halt eingesetzt wird, empfiehlt Schlegel eine Sicherheitsbetrachtung des Gesamtsystems. Abhängig von der Risikobetrachtung muss die Beleuchtung der Not-Halt-Taste mittels einer Diagnoseeinheit überwacht und im Fehlerfall gemäß Risikobeurteilung reagiert werden. Auf Kundenanfrage entwickelt das Unternehmen individuelle Lösungen, auch als Komplettsystem aus Bedienelement und Not-Halt.