Das zentrale Nervensystem der Elektronik Adaptivität direkt zum Stecken

Je »adaptiver« ein Gerät ist, desto weniger Varianten muss ein Hersteller produzieren und vorhalten. Als »zentrales Nervensystem« wirken sich Leiterplatten und Anschlusskomponenten auf die Leistungs- und Anpassungsfähigkeit der Geräte aus.Die Direktstecktechnik »SKEDD« will für frischen Wind sorgen.

Werkzeuglos, zuverlässig und prozesseffizient – die Kombination aus Push-in-Federanschluss und der SKEDD-Direktstecktechnik will neue Flexibilität in die Geräteverdrahtung bringen. »SKEDD« ist schwedisch und bedeutet: »Es ist geschehen«. Diese Stecktechnik ermöglicht direkt steck- und lösbare Leiteranschlüsse an beliebiger Position auf der Leiterplatte. Die Steckverbinder vom Typ »SDDC 1,5« und »SDC 2,5« von Phoenix Contact benötigen keine Grundleiste mehr – sie lassen sich von Hand in verzinnte, durchkontaktierte Bohrlöcher stecken. Vorteil: Bisher mussten die Elektronikhersteller applikationsspezifische Anschlusstechnik wie Leiterplattenklemmen oder Grundleisten in einem irreversiblen Lötprozess mit der Platine verbinden. Damit waren der Funktionsumfang der Leiterplatte und des gesamten Gerätes weitgehend fixiert. Mit der SKEDD-Direktstecktechnik wird dieser Prozess überflüssig; in der Leiterplattenfertigung sind lediglich entsprechende Bohrlöcher vorzusehen. So wird die Leiterplatte nur einmal thermisch belastet.

Aktuell werden viele Leiterplatten im ersten Schritt im SMD-Prozess verarbeitet, im zweiten Schritt werden dann noch Leiterplattenklemmen oder Grundleisten im Wellenlötprozess aufgelötet. Entfällt der zweite Lötprozess, spart der Anwender Prozess- und Bauteilkosten ein. Außerdem erübrigen sich die komplette Logistik sowie die Disposition für die Grundleiste. Im SMD-Lötprozess lassen sich zusätzlich die Rüstkosten und der Feederplatz einsparen. Entsprechend bekommt man beim Verzicht auf die Grundleiste in der SMD-Linie Platz für weitere Bauteile. So lassen sich im Ideal¬fall zusätzliche Baugruppen auf einer Anlage ohne Umrüsten fertigen.
Von SKEDD können deshalb sowohl Leiterplatten- als auch Gerätehersteller unmittelbar profitieren. Neben der Kosten-ersparnis können sie beispielsweise nun ein Leiterplattenlayout für verschiedene Geräteausführungen nutzen – und dennoch applikationsspezifische Anschlüsse für die Übertragung von Signalen, Daten oder Leistung flexibel umsetzen