NFC schlüsselfertig Entwicklungstool für »Near Field Communication«

Ursprünglich von NXP und Sony vorangetrieben, ist die »NFC«-Technik (Near Field Communication) in immer mehr aktuellen Smartphones zu finden. Die NFC-Experten von Silica bieten ein spezielles Entwicklungstool an, mit dem sich NFC-Leser und -Anwendungen in kurzer Zeit realisieren lassen.

Seit 2003 steht die »Near Field Communication«-Techno-logie (NFC) bereits zum Übertragen und Speichern von Daten zur Verfügung - zwei entsprechende Geräte müssen sich lediglich in unmittelbarer Nähe zueinander befinden und miteinander in Verbindung stehen. Doch erst seit April 2009, als Nokia das voll integrierte Nokia 6216 in Monaco vorstellte, ist es möglich, NFC-Dienste auf SIM-Karten zu integrieren, um Kunden von der verbesserten Bedienfreundlichkeit profitieren zu lassen und das Übertragen von Inhalten wie Bildern oder Kontaktdaten, aber auch sichere Online-Zahlungen oder Buchungsvorgänge bequemer zu machen - und das alles auf
Knopfdruck.

Entwickelt wurde das NFC-System als Joint Venture von NXP Semiconductors und Sony, mit dem NFC-Ansatz wollten beide der mangelnden Standardisierung in der kontaktlosen Datenübertragung begegnen. Durch den neuen Standard gelang es, vorhandene Kontaktlosnormen zu harmonisieren und zu erweitern, sodass er zunehmend Anklang auf dem Mobiltelefonmarkt fand.

Mittlerweile wird NFC von Android-, Blackberry-, Symbian- und Windows-Smartphones unterstützt. Der Halbleiterhersteller NXP und dessen RFID/NFC-Partner Silica erkannten bereits früh die Möglichkeiten, welche die NFC-Technik für den Alltag mit sich bringt. Für Unternehmen, die ihre neuesten Produktlinien mit NFC-Fähigkeit ausstatten, liegt die besondere Chance in der erfolgreichen Entwicklung und Markteinführung von Leser-Techniken, Zugangskontrollsystemen und Peripheriegeräten jenseits der Tag- oder IP-integrierten RFID-fähigen Geräte. So hat das in Wien ansässige Unternehmen Cardolution beispielsweise seine RFID-gestützten Visitenkarten- und Readersysteme mit NFC-Technik aufgerüstet.

Diese Entwicklung entstand in Zusammenarbeit mit NXP, Bluetechnix und Smartrac Technology (Dresden) und mit Unterstützung von Silica. Der Designprozess stützte sich auf Silicas proprietäres Entwicklungstool »Seriz I« als Referenz, das über einen NFC-Transceiver »PN512« von NXP und einen Cortex-M3-Mikrocontroller vom Typ »LPC1765« verfügt (Bild 1).

Eine RFID-Visitenkarte sieht wie ihr herkömmliches Pendant aus Papier aus, verfügt jedoch zusätzlich über einen RFID-Transponder, der die aufgedruckten Informationen auch digital speichert. Dies erleichtert den Informationsaustausch ungemein, da sich die Informationen in weniger als einer Sekunde per NFC-fähigem Smartphone oder USB-Reader auf PCs übertragen lassen.

Für die Datenspeicherung kommt die standardisierte »vCard«-Software zum Einsatz, die mit diversen Anwendungen (beispielsweise Microsofts Outlook) kompatibel ist. Dabei entspricht das Kartenformat der Norm ISO 7810 ID-1, also der Größe einer Kreditkarte (85,60 mm x 53,98 mm). Smartrac Technology aus Dresden, ein Hersteller von RFID-Inlays, hat die Karteninlays auf Grundlage des »Mifare-Classic-1k«-Chips von NXP beigesteuert, und der »Cardabra«-Stick - ein NFC-USB-Stick - wurde von der Wiener Firma Bluetechnix Mechatronische Systeme entwickelt.

Zu den Vorteilen der Visitenkarten auf RFID-Basis zählen die Zeitersparnis durch die elektronische Speicherung der wichtigsten Informationen, die Fehlerbeseitigung beim Importieren von Daten und ein einheitliches Standardspeicherformat. Und es müssen auch keine besonderen Programme installiert werden, denn der USB-Stick fungiert gleichzeitig als Festplatte; nur Outlook sollte vorhanden sein.

Und so funktioniert die Anwendung: Zunächst steckt der Benutzer den Stick (Bild 2) in einen freien USB-Slot am PC oder Laptop und wartet, bis alle Treiber vom Rechner erkannt wurden. Nun ist die neue Hardware einsatzbereit, und der Inhalt des Sticks wird am Bildschirm angezeigt. Mit einem Doppelklick auf »CardabraLite.exe« und dann auf das Feld »Open Business Card« ist das System bereit, die Visitenkarte darzustellen.

Legt der Anwender nun die RFID-NFC-Visitenkarte auf den USB-Stick und wartet, bis die LED am USB-Reader grün aufleuchtet, wird der programmierte Inhalt (die gedruckten Informationen) im Outlook-Visitenkartenformat ange-zeigt. Jetzt kann der Benutzer die Karte wieder entfernen alle Kontaktinformationen sind in seiner Datenbank, ohne dass er etwas eintippen oder die Karte ablichten muss.

Silica stellte das Entwicklungstool »Seriz I« im Jahr 2010 vor, das Ergebnis des umfangreichen geleisteten Supports und des im Laufe der Zeit im Unternehmen aufgebauten Expertenwissens zu NFC. 2012 folgte das System »Seriz II« - ein Tool, das ein komplettes Soft- und Hardwarepaket zur Entwicklung von RFID- und NFC-Anwendungen durch den Anwender bietet.

Bei Silica ist man überzeugt, dass diese vielseitige Entwicklungsplattform einen Beitrag zum Wachstum und zu kürzeren Vorlaufzeiten für ein breites Spektrum von NFC-Infrastrukturen und -Lesern liefert. Seriz greift auf den Lesebaustein »PN512« von NXP zurück und ermöglicht dadurch eine effektive Entwicklung von RFID-Lesersyste-men - von Lösungen zum Einlesen der Benutzerkennung von »Mifare«-Tags (ISO 14443) bis hin zu Lesegeräten zum Datenaustausch auf Basis des Punkt-zu-Punkt-NFC-Übertragungsstandards (ISO 18092). Zudem unterstützt Seriz die Entwicklung von besonders sicherheitssensitiven Anwendungen durch »SAM« (Secure Access Module) im SIM-Karten-Format.

Über den Autor:

Costica Dima ist RFID Business Development Manager bei Silica.