Elektrofahrzeuge Batterie »intelligent« laden

Bei der Elektromobilität ist für das »intelligente« Laden der Fahrzeugbatterie zusätzlich zum Stromanschluss ein Kommunikationskanal zwischen Ladestation und Fahrzeug nötig, um Informationen für das Laden und die Stromabrechnung auszutauschen. Der Kommunikationskanal kann beispielsweise durch eine Internetverbindung über das Stromkabel realisiert werden.

Die Vorteile dieser Lösung sind, dass zusätzliche Kontakte im Stecker entfallen, während ein vereinfachter, neuer Stecker zum Einsatz kommt, und dass Datenübertragungsraten bis zu 200 MBit/s möglich sind. Damit zukünftig jedes Fahrzeug an jede Ladestation angeschlossen werden kann, muss die Powerline-Kommunikation standardisiert sein. Dies erfolgt aktuell in der ISO/IEC 15118.Zur Umsetzung des Smart-Chargings benötigt das Fahrzeug wiederum ein Ladesteuergerät, das einerseits übereinen IP-Stack verfügt, um die Protokollkommunikation mit der Ladestation zu übernehmen. Andererseits muss das Steuergerät einen CAN-Stack enthalten, um die Anbindung an das vorhandene Fahrzeugnetzwerk (z.B. für Energiemanagement und Kombi-Instrument) zu realisieren. Um einen Missbrauch der IP-Schnittstelle zu verhindern, kommt eine TLS-basierte Authentifizierung(Transport Layer Security) und Datenübertragung zum Einsatz. Für Ladesteuergeräte von Elektrofahrzeugen hat Vector Informatik nun Standard-Softwaremodule entwickelt. Dazu wird der »MICROSAR IP«-Stack um die Protokolle für die Smart-Charging-Kommunikation erweitert. Darüber hinaus stehen für besondere Kundenfunktionen jetzt schon Protokolle aus der Internetwelt (z.B. HTTP, JSON, DNS und TLS) zur Verfügung. Die Entwicklung der Standard-Softwaremodule erfolgt für den Serieneinsatz und in enger Abstimmung mit einem großendeutschen Fahrzeughersteller. Die Protokolle für das Smart-Charging werden voraussichtlich im letzten Quartal 2010in MICROSAR IP verfügbar sein.