Der letzte Flaschenhals

Bei einem Teil der »Wearable Technologies« werden Körperbewegungen per Sensor gemessen. Um die Daten weiterzuschicken, wird ein energiesparender und massentauglicher Funkstandard benötigt. Mit Ultra Low Power Bluetooth soll er im nächsten Jahr kommen.

Bei den »Wearable Technologies« gibt es derzeit noch eine Lücke, die mit einem verbreiteten Standard geschlossen werden soll. Diese Lücke befindet sich an der Stelle, wo die von Sensoren gemessenen Vital- oder Bewegungsdaten der Sportler an das Handy oder ein anderes elektronisches Gerät übertragen werden. Vor allem das Handy ist, wie etwa beim Samsung-Adidas-Projekt »miCoach«, die zentrale Schnittstelle der »Wearable Technologies«. Dort werden die gemessenen Daten angezeigt und gelangen per GSM oder WLAN ins Internet, wo sie für die Sportler und deren »Community« sichtbar sind.

Für diese Übertragung zwischen den am Körper getragenen Chips und dem Handy steht nun »Ultra Low Power Bluetooth« (ULP) kurz vor der Vollendung. Dieser ursprünglich von Nokia entwickelte und unter der Bezeichnung »Wibree« bekannte Funkstandard soll die massenhafte Verbreitung solcher tragbaren Fitness-Systeme beflügeln.

Der bekannteste Standard, den es derzeit schon gibt und der es auf eine ähnliche Leistungsaufnahme wie ULP bringt, ist Zigbee. Diese beiden Funkstandards unterscheiden sich jedoch in der Reichweite. So bringt es ULP auf 10 m bringt, wohingegen Zigbee unter günstigen Bedingungen 100 m erreicht. Allerdings ist die Datenübertragungsrate bei ULP mit 1 Mbit/s höher, als bei Zigbee, wo es 250 kbit/s sind. Ein weiterer Grund, warum Zigbee eher nicht als Konkurrent für ULP in Frage kommt, ist dessen Verwendungszweck, da es in der Regel eine große Menge von Netzwerkknoten verbinden soll, während es bei ULP nur ein paar tragbare Geräte sind.

Der wichtigste Unterschied von ULP und Zigbee oder anderen Niedrig-Energie-Übertragungsverfahren wie Insteon oder Z-Wave dürfe jedoch sein, dass sich ULP problemlos mit Bluetooth verträgt. Die Handy-Hersteller müssten sich also nicht auf einen neuen Standard umstellen, sondern könnten eine bewährte Technologie nutzen. Die »Bluetooth Special Interest Group« geht dann auch davon aus, dass sich ULP aus genau diesem Grund relativ schnell verbreiten wird.

Als einen der wichtigsten Märkte für den Einstieg sieht die Gruppe den Bereich, an dem tragbare elektronische Geräte mit dem Handy verbunden werden. Eine besondere Bedeutung fällt dabei Uhren zu, die mit Hilfe der neuen Funkchips als eine Art Fernbedienung für das Handy oder als Anzeige für andere Geräte dienen könnten.

Derzeit rührt die »Bluetooth Special Interest Group« die Werbetrommel für den neuen Standard.


Die Spezifikation von Ultra Low Power Bluetooth ist noch nicht ganz fertig, wann es soweit sein wird, weiß Anders Edlund, Marketing-Chef der »Bluetooth Special Interest Group«.