Der Griff in die Kiste

Den heute in der Montage üblichen Zuführsystemen mangelt es an Flexibilität. Forscher des Fraunhofer- Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben ein Verfahren entwickelt, das automatisiertes Greifen völlig ungeordneter Bauteile mittels Roboter ermöglicht.

Den heute in der Montage üblichen Zuführsystemen mangelt es an Flexibilität. Forscher des Fraunhofer- Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben ein Verfahren entwickelt, das automatisiertes Greifen völlig ungeordneter Bauteile mittels Roboter ermöglicht.

Die Zuführung von Werkstücken von einem Prozessschritt zum nächsten geschieht heute in aller Regel so: Die Teile oder Baugruppen werden entweder in Spezial-Ladungsträgern zugeführt oder in Form von Schüttgut bereitgestellt. Ladungsträger erlauben eine geordnete Lagerung der Einheiten (Lage ist genau bekannt) oder eine halbgeordnete Lagerung (nur grobe Lageausrichtung ist bekannt), was die anschließende Handhabung vereinfacht. Jedoch sind diese Ladungsträger speziell an die zu lagernden Teile angepasst. Variationen hinsichtlich der geometrischen Form erfordern demzufolge zwangsläufig auch eine Anpassung der meist sperrigen Ladungsträger. Bei der Verwendung von Schüttgut liegen die Einheiten hingegen völlig ungeordnet vor.

Als Behälter lassen sich nahezu beliebige Ladungsträger beispielsweise Gitterboxen verwenden. Das Problem hierbei: Um Schüttgut handhaben oder einer Montagestation zuführen zu können, müssen die Einheiten wieder geordnet werden. Dies geschieht heute – wenn nicht manuell – mit Hilfe aufwendiger mechanischer Vorrichtungen wie Wendelförderern, Schikanen, Bändern oder Vereinzelungen. Auch diese sind speziell an die geometrische Form der zuzuführenden Einheiten angepasst. Ändert sich die Form der Werkstücke, sind nicht selten teure mechanische Anpassungen dieser komplexen Zuführtechnik die Folge.