“Der Compliance den Schrecken nehmen“

Für Hersteller und Zulieferer in der Elektronikindustrie existiert ein Begriff, der Managern Gänsehaut verursachen kann: (Behördliche) Compliance. Halten Unternehmen Vorschriften wie beispielsweise die European Union’s Restriction of Hazardous Substances Directive (RoHS), Waste Electrical...

Für Hersteller und Zulieferer in der Elektronikindustrie existiert ein Begriff, der Managern Gänsehaut verursachen kann: (Behördliche) Compliance. Halten Unternehmen Vorschriften wie beispielsweise die European Union’s Restriction of Hazardous Substances Directive (RoHS), Waste Electrical and Electronic Equipment Directive (WEEE), End-of-Life Vehicle (ELV) oder Registration, Evaluation, Authorization und Restriction of Chemicals (REACH) nicht ein, kann es für sie teuer werden: Bußgelder, entgangene Umsätze, Produkte, die vom Markt genommen bzw. kurz vor der Markteinführung eingestampft werden –  schnell können einige Millionen Euro an Kosten zusammen kommen – vom Imageschaden ganz zu schweigen.

Da Länder wie China und Korea eigene Materialvorschriften verabschieden, die in Einzelfällen noch strenger sind als die der EU, wird die Lage für Unternehmen noch unübersichtlicher. Und selbst in ein und demselben Land kann es unterschiedliche Vorschriften geben. So  verfügt beispielsweise Kalifornien über strengere Produktmaterialgesetze als der Rest der USA; was bedeutet, dass in New York und Los Angeles möglicherweise unterschiedliche Versionen des gleichen Produktes verkauft werden müssen.

Angesichts unterschiedlicher Bestimmungen und Berichtsstrukturen fällt es Firmen schwer, eindeutig zu sagen, ob ihre Produkte die Vorschriften erfüllen und damit in einem Land oder einer Region verkauft werden können. Was tun?

Als ersten Schritt müssen Manager herausfinden, was sie über ihre Produkte und ihre Compliance-Bemühungen wissen – und viel wichtiger: was  sie darüber nicht wissen. Die folgenden fünf Fragekomplexe dienen Entscheidungsträgern als Leitfaden. Mit dessen Hilfe können sie klären, inwiefern strukturelle und verfahrenstechnische Veränderungen notwendig sind, ob Verantwortliche über die neuesten Compliance-Aspekte informiert sind und wie sich ein kontinuierlicher Prozess für Reporting, Compliance und Recycling etablieren lässt.

1. Was unternimmt mein Unternehmen, um Compliance einzuhalten? Haben wir die entscheidenden Schnittstellen zwischen uns, unseren Partnern und den Zulieferern geschaffen, um die Vorschriften einzuhalten – oder kümmern wir uns nur um uns selbst? Gibt es eine Möglichkeit Compliance leicht zu reporten?

Um ein komplettes Verständnis der Zusammensetzung von Material und Substanz zu bekommen, müssen vier wichtige Anforderungen erfüllt sein:

  • Sammeln von Anforderungen zur Material-Compliance von Kunden und Märkten
  • Integration von Material- und Substanzdaten der Zulieferer
  • Bereitschaft zur Analyse von Material- und Substanzdaten
  • Reporting von Material- und Substanzdaten-Compliance gegenüber Kunden, Auditoren oder rechtlichen Organisationen

Diese vier Anforderungen sollten Unternehmen frühzeitig, bereits während des Entwicklungsprozesses eines neuen Produktes, erfüllen. Nur so lassen sich teure Änderungen am Produkt, neue Überlegungen für die Entwicklung sowie Umbauten und Verspätungen beim Time-to-Market vermeiden. Traditionellerweise ist dies ein manueller und zeitintensiver Prozess – und einer, der nur selten richtig ausgeführt wird. Das beste Szenario, worauf viele Unternehmen hoffen konnten, war, gleich zu Beginn der Markteinführung Feedback  sowie die Material-/Substanzdaten von Partnern, Zulieferern, Kunden und dem Markt zu erhalten – bestenfalls bevor Streitpunkte zur Compliance aufgetaucht waren.

Angesichts tausender Teile unterschiedlicher Zulieferer  erhalten Ingenieure unzählige Entwicklungsmöglichkeiten. Mit einem automatischen Analyse-Tool können sie verschiedene Ansichten abrufen, die ihren Anforderungen entsprechen und die es ihnen erlaubt,  nicht konforme Teile leichter auszusortieren.