Datalogic Scanning: »RFID an der Ladentheke noch kein Thema«

Momentan dominiert noch der Barcode-Scanner am Point of Sale, doch Datalogic Scanning ist für RFID gerüstet. Markt&Technik sprach mit Joachim Löw, Marketing Manager Datalogic Scanning über die Trends am POS.

Markt&Technik: Welche grundsätzlichen Trends lassen sich beim Scannen am POS beobachten – gibt es gravierende Unterschiede zwischen Handscannern und eingebauten Scannern?

Joachim Löw: Im Retail lauten die Trends verbesserte Ergonomie - Barcode wird gelesen, egal wo er sich auf dem vorbeigezogenen Produkt befindet, also 6-seitiges Scannen -, zusätzliche Software, die Informationen über den derzeitigen Betriebszustand ausgibt, zentralisierte Konfiguration, Steigerung der Erstleserate und dramatische Reduzierung des Energieverbrauchs. Bei Handheld-Scannern sind es ebenfalls die verbesserte Ergonomie sowie die Steigerung der Erstleserate, zudem ist auch für Nischenprodukte ein umfassendes Produktangebot erforderlich.

Im Grunde bleiben die Anforderungen für die diversen Scannertypen immer die gleichen, grundsätzliches Ziel ist es, den Warendurchsatz pro Zeiteinheit in Abhängigkeit von der Art der zu scannenden Ware und dem Ort, an dem gescannt werden soll, zu erhöhen. Für leichte und kleine Produkte am POS werden Einbauscanner hergenommen, für sperrige Waren kabelgebundene Handscanner und für sperrige und schwere Waren sind Funkhandscanner erste Wahl.

Barcode ist derzeit die ganz klar dominierende Kennzeichnung einer Vielzahl von Produkten, zudem sehr kostengünstig. Konkurrenz, wenngleich deutlich teurer, dafür aber mit Vorteilen gegenüber Barcode, droht von RFID-Labels. Ist das mittel- oder langfristig eine Bedrohung für Barcode und somit Ihre Produktpalette?

Seit Jahren hört man aus dem Handel vom zukünftigen Tod des Barcodes. Er lebt immer noch und er wird auch in absehbarer Zeit nicht ersetzt werden können. Das ist zum einen eine Kostenfrage, denn ein gedruckter Barcode, der genügend Informationen beinhaltet, kostet nichts zusätzlich und RFID-Tags kosten immer zusätzliches Geld. Diese Kosten werden an den Verbraucher weitergegeben und verteuern die Ware zusätzlich. Bei niedrigpreisigen Waren ist dies ein K.O.-Kriterium, RFID wird hier wohl nicht zum Zuge kommen, bei höherpreisigen Gütern hingegen ist die Verwendung von Tags durchaus auch auf Produktebene denkbar.

Es gibt aber auch bei Barcode Weiterentwicklungen…

Ja, ab Januar 2010 - darauf hat sich der Handel geeinigt - werden sich die eingesetzten Barcodes im Einzelhandel zugunsten GS1-DataBar verändern. Alle eingesetzten Geräte müssen spätestens ab diesem Zeitpunkt den 2D-Code Data Matrix ECC 200 erfassen und entschlüsseln können. Wir haben bereits 2002 Scanner für die 2D-Codes eingeführt, derzeit laufende Pilotprojekte werden in Kürze abgeschlossen sein.

Sollte jedoch seitens des Handels die Anforderung an uns gestellt werden, dass RFID-Tags generell auszulesen seien, würde das für uns im POS-Bereich bereits heute keine Herausforderung darstellen. Sicherungstags oder besser: EAS-Systeme werden schon jetzt von uns mit integrierten Lösungen in unseren Magellan-Scannern verarbeitet und funktechnisch deaktiviert. RFID-Tags sind technisch gesehen auch nichts anderes, stellen also kein Problem dar.