Erkennen von Schlafstörungen mit dem Schlaf-Home-Monitoring-System SHM Das Schlaflabor in der Patientenwohnung

Die wachsende Nachfrage nach eingehenden Untersuchungen von Schlafstörungen war der Anlass für ein Projekt, in dem mit Hilfe neuester Technologien die Möglichkeit zur Diagnose der Schlafapnoe (nächtlicher Atmungsstillstand) in die gewohnte Umgebung des Patienten gebracht wurde.

Erkennen von Schlafstörungen mit dem Schlaf-Home-Monitoring-System SHM

Die wachsende Nachfrage nach eingehenden Untersuchungen von Schlafstörungen war der Anlass für ein Projekt, in dem mit Hilfe neuester Technologien die Möglichkeit zur Diagnose der Schlafapnoe (nächtlicher Atmungsstillstand) in die gewohnte Umgebung des Patienten gebracht wurde.

Schlafstörungen sind in den Industrienationen von großer Bedeutung – sowohl für den einzelnen Betroffenen als auch für die gesamte Gesellschaft. Die Auswirkungen nicht erholsamen Schlafes zeigen sich für den Einzelnen kurzfristig in reduzierter physischer und psychischer Leistungsfähigkeit und können längerfristig zu kardio-vaskulären Folgeerkrankungen führen. Neben den unmittelbaren gesundheitlichen Risiken müssen auch die Gefahren berücksichtigt werden, die als Folge der gesteigerten Tagesschläfrigkeit auftreten, z.B. Auto- und Maschinenunfälle. Auf gesellschaftlicher Ebene führen solche Ereignisse zu einer erheblichen Belastung der Krankenkassen und Versicherungen. So kommt eine Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) zu dem Ergebnis, dass 24 % der tödlichen Unfälle auf Autobahnen durch den so genannten Sekundenschlaf verursacht werden [1].

Die Fortschritte in der Schlafforschung haben zu einem Erkennen der Zusammenhänge zwischen Schlaf, Gesundheit und Lebensqualität geführt. Daher hat das Interesse an Schlafstörungen in der Gesellschaft zugenommen. Dies hat zu zwei Konsequenzen geführt: Für den Patienten haben sich die Wartezeiten auf einen Untersuchungstermin in den Schlaflaboren aufgrund der höheren Nachfrage verlängert und für die Krankenkassen stiegen die Kosten erheblich.

Die Bayerische Forschungsstiftung (BFS) entschloss sich daher, ein Projekt zu fördern, dessen Ziel es war, das „Schlaflabor“ in das Schlafzimmer des Patienten zu bringen. Eine erfolgreiche Umsetzung dieses Konzepts kann einerseits Wartezeiten auf einen Untersuchungstermin erheblich verkürzen und andererseits Untersuchungskosten beträchtlich reduzieren. Das Projekt „Schlaf-Home-Monitoring“ (SHM) begann Mitte 2003 und dauerte drei Jahre. Das Projektkonsortium bestand neben dem Fraunhofer IIS aus zwei Industriepartnern, der Dr. Hein GmbH [2] und der Schwarzer GmbH [3], sowie zwei klinischen Partnern, dem Klinikum Nürnberg und dem Universitätsklinikum Marburg.

Schlafapnoe – Krankheitsbild und gesellschaftliche Relevanz

Schlafstörungen treten in zahlreichen Varianten auf. Die häufigsten Formen hängen mit psychischen Erkrankungen und Stress zusammen. Sie äußern sich normalerweise in Form von Ein- bzw. Durchschlafstörungen. Die Betroffenen erleben die Phasen reduzierter Schlafqualität bewusst. Bei den schlafbezogenen Atmungsstörungen handelt es sich um pathologische Veränderungen der Atmung. Das Wort „Apnoe“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa „Windstille“. Entsprechend besteht das primäre Syndrom der Schlafapnoe in einem Sistieren (Aussetzen) der Atmung. Ursache hierfür ist entweder eine Reduktion des Muskeltonus in den Atemwegen oder eine Absenz der Atmungsstimuli aus dem Atmungszentrum im Gehirn.