Das Display im Auge

Forscher der Universtität Washington haben eine elektronische Kontaktlinse entwickelt, die Elektronik für ein virtuelles Display auf der Oberfläche einer Kontaktlinse unterbringen will.

Der Terminator hat’s leicht: Mit seinen bionischen Augen zoomt er sich entfernte Objekte heran, lädt sich informative Details ins Sichtfeld und kann sogar ein Fadenkreuz einblenden, wenn’s mal zur Sache geht. Fernab von Hollywood sind solche virtuellen Displays im Sinne der »augmented reality«, der computerunterstützten erweiterten Sinneswahrnehmung, bisher nicht möglich.

Eine Forschergruppe der Universität Washington hat sich der Entwicklung genau dieser Art von »realitätsunterstützenden« Anzeigeformen verschrieben und nun ihre ersten Forschungsergebnisse präsentiert. Ihr Prinzip: In einer flexiblen Kontaktlinse elektronische Komponenten und Leiterbahnen integrieren, die irgendwann in der Lage sind, ein virtuelles Display in das Sichtfeld des Trägers zu projizieren. 

»Eine flexible Kontaktlinse ist im Grunde auch nur ein kleines Stück Polymer«, so Babak Parviz, Professor für Elektrotechnik und Leiter der Forschergruppe. Das Team macht sich deshalb die Herstellungsverfahren von Polymer-Elektronik zunutze, um elektronische Komponenten in die Kunststofflinse zu integrieren. Leiterbahnen und Elektronik-Komponenten werden dabei aus Metallschichten aufgebaut, die nur wenige Nanometer dick sind.

»Die Einsatzmöglichkeiten einer solchen Kontaktlinse sind nahezu grenzenlos«, so Parviz. »Menschen wären in der Lage, über im Raum schwebende Displays, die nur sie wahrnehmen, im Internet zu surfen. Piloten könnten sich die Geschwindigkeit anderer Flugkörper direkt im Sichtfeld anzeigen lassen oder Spieler von Computerspielen könnten ganz in das Spiel eintauchen.«