Corinne Schindlbeck

<p>Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist seit heute nicht mehr Porsche-Chef, VW-Aufsichtsrat Piech hat ihn im öffentlich ausgetragenen Machtkampf besiegt.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist seit heute nicht mehr Porsche-Chef, VW-Aufsichtsrat Piech hat ihn im öffentlich ausgetragenen Machtkampf besiegt. Was Wiedeking neben dieser Demütigung bleibt, sind 50 Millionen Euro Abfindung und die Gewissheit, einmal der prominenteste, vielleicht sogar beste Manager der Republik gewesen zu sein. Er hat aus einem unrentablen Sportwagenbauer den profitabelsten Autohersteller der Welt gemacht – und Porsche seinen Mythos zurückgegeben. Wiedekings Buch »Anders ist besser« war 2006 ein Bestseller der Management-Literatur. Zuletzt aber hatte sich Porsche auch als cleverer Finanzmarkt-Akteur bewiesen, spekulierte gar auf eine Übernahme von VW – und stürzte ab wie Ikarus, als dieser der Sonne zu nah kam. Wiedeking hat hoch gepokert – und alles verloren. »Memento te hominem esse« flüsterten Sklaven im alten Rom einem siegreichen Feldherrn zu, während sie ihm den Lorbeerkranz über den Kopf hielten. Bedenke, dass auch Du nur ein Mensch bist. Sein Nachfolger nun ist sein Zögling und Vorstandskollege Michael Macht.