Kontinuierliches Monitoring Blutdrucksensor misst im Innern des Körpers

Das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme hat zusammen mit der Dr. Osypka GmbH einen implantierbaren Drucksensor entwickelt, der Patienten in die Arterie eingesetzt wird und dort kontinuierlich den Blutdruck misst.

Jeder, der Bluthochdruck hat, kennt die Prozedur: Bevor Bluthochdruck mit Medikamenten behandelt werden kann, muss der Arzt die Blutdruckwerte über einen längeren Zeitraum kontinuierlich messen. Bisher bekam der Patient dazu ein kleines Kästchen umgeschnallt, in dem sich das Messgerät befindet, und eine Manschette an den Arm, die in kurzen Intervallen über einen bestimmten Zeitraum den Blutdruck misst. Mit der Neuentwicklung des Fraunhofer-Instituts könnte eine solche Langzeitmessung bald fast störungsfrei für den Patienten ablaufen.

Das winzige Sensormodul, dass das Fraunhofer IMS zusammen mit der Firma Dr. Osypka GmbH und weiteren Partnern im vom BMBF geförderten Projekt »Intravasales Monitoring System für Hypertoniker Hyper-IMS« entwickelt hat, misst den Blutdruck direkt in der Arterie. »Ein Arzt führt den Drucksensor direkt in die Leistenschlagader ein«, erklärt Abteilungsleiter Dr. Hoc Khiem Trieu vom Fraunhofer IMS in Duisburg die Funktionsweise. Der Sensor ist mit Verkapselung nur etwa 1 mm dick und misst den Blutdruck sozusagen »vor Ort« 30 mal pro Sekunde.

Über ein flexibles Mikrokabel ist der Sensor mit einer Transponder-Einheit verbunden, die ebenfalls in der Leiste unter der Haut liegt. Sie digitalisiert und codiert die Daten des Mikrosensors und übermittelt sie anschließend an das externe Lesegerät, das der Patient wie ein Handy am Gürtel tragen kann. Dieses Lesegerät überträgt die Daten an eine Monitorstation, an der der Arzt sie auswertet. Der Sensor ist unter anderem mit CMOS-Komponenten aufgebaut und nimmt wenig Energie auf. Über Spulen lassen sich die Mikroimplantate drahtlos mit Energie versorgen.

Implantierbare Drucksensoren eignen sich nach Angaben der Entwickler auch für andere Anwendungen – etwa zur Überwachung von Patienten, die an Herzinsuffizienz leiden. Aktuell führen die Forscher erste klinische Tests durch.