Wie Journalisten mit Intel-Geld ARM-Chips kauften
15.09.2011 von Frank Riemenschneider
Es gibt ja immer wieder Gerüchte, dass Journalisten von dem ein oder anderen Hersteller - sagen wir – „Zuwendungen“ bekommen, um ihre Berichterstattung im Sinn des Herstellers „anzupassen“.
Ich habe davon in der Elektronikbranche noch nicht gehört, dass einige Kollegen allerdings ihre ganz eigenen moralischen Vorstellungen mitbringen, wurde spätestens dieses Jahr auf Intels Entwicklerkonferenz IDF in San Francisco deutlich.
Hierzu muss man wissen, dass Intel seine Presse-Gäste im 5-Sterne-Hotel San Francisco Marriott Marquis in unmittelbarer Nähe zum Union Square und schräg gegenüber zum Moscone Center unterbringt. Zusätzlich hat Intel bis einschließlich 2010 Gutscheine für Frühstück und Abendessen im Wert von rund 400.- Dollar ausgegeben. Diese astronomische klingende Summe ist im Marriott nicht unrealistisch, da ein Frühstück 20 bis 40 Dollar kostet und ein Abendessen zwischen 40 und 80 Dollar liegt – ohne Hummer und Champagner, wohlgemerkt.
Dieses Jahr hat Intel nun auf die Gutscheine verzichtet und den Pressevertretern stattdessen eine Prepaid-Kreditkarte von American Express in die Hand gedrückt, die ebenfalls mit 400.- Dollar aufgeladen war. Mit dieser ist der geneigte Journalist nicht mehr an das Hotel gebunden, sondern kann z.B. auch bei Starbucks essen gehen – und Geld sparen. Die Frage ist natürlich nun, was tun mit dem Restgeld? Man könnte im Kaufhaus Marcys Jeans kaufen, bei Wallgreens Haargel oder Vitamintabletten erwerben oder sich einfach abends in einer netten Bar einen schönen Cocktail gönnen.
Einige Kollegen zog es jedoch schnurstracks in den Apple-Store am Union Square – um dort mit der Intel-Kreditkarte zumindest teilweise ein iPad oder iPhone zu bezahlen, beides Geräte, die ja bekanntlich von ARM-Prozessoren angetrieben werden. Diverse Kollegen schimpften zudem, die 400.- Dollar würden nicht ausreichen, Intel müsse zukünftig mehr aufladen – um ein iPad mit 3G und 64 Gbyte Speicher kaufen zu können, ist das wohl wahr.
Fürs nächste Jahr hätte ich da eine nette Alternative für die raffgierigen Kollegen: Auch ein MacBook ist ja nicht so schlecht, und dieses wird wenigstens von einem Intel-Prozessor angetrieben.
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