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friemenschneiderWie Journalisten mit Intel-Geld ARM-Chips kauften

15.09.2011 von Frank Riemenschneider

Es gibt ja immer wieder Gerüchte, dass Journalisten von dem ein oder anderen Hersteller - sagen wir – „Zuwendungen“ bekommen, um ihre Berichterstattung im Sinn des Herstellers „anzupassen“.

Ich habe davon in der Elektronikbranche noch nicht gehört, dass einige Kollegen allerdings ihre ganz eigenen moralischen Vorstellungen mitbringen, wurde spätestens dieses Jahr auf Intels Entwicklerkonferenz IDF in San Francisco deutlich.

Hierzu muss man wissen, dass Intel seine Presse-Gäste im 5-Sterne-Hotel San Francisco Marriott Marquis in unmittelbarer Nähe zum Union Square und schräg gegenüber zum Moscone Center unterbringt. Zusätzlich hat Intel bis einschließlich 2010 Gutscheine für Frühstück und Abendessen im Wert von rund 400.- Dollar ausgegeben. Diese astronomische klingende Summe ist im Marriott nicht unrealistisch, da ein Frühstück 20 bis 40 Dollar kostet und ein Abendessen zwischen 40 und 80 Dollar liegt – ohne Hummer und Champagner, wohlgemerkt.

Dieses Jahr hat Intel nun auf die Gutscheine verzichtet und den Pressevertretern stattdessen eine Prepaid-Kreditkarte von American Express in die Hand gedrückt, die ebenfalls mit 400.- Dollar aufgeladen war. Mit dieser ist der geneigte Journalist nicht mehr an das Hotel gebunden, sondern kann z.B. auch bei Starbucks essen gehen – und Geld sparen. Die Frage ist natürlich nun, was tun mit dem Restgeld? Man könnte im Kaufhaus Marcys Jeans kaufen, bei Wallgreens Haargel oder Vitamintabletten erwerben oder sich einfach abends in einer netten Bar einen schönen Cocktail gönnen.

Einige Kollegen zog es jedoch schnurstracks in den Apple-Store am Union Square – um dort mit der Intel-Kreditkarte zumindest teilweise ein iPad oder iPhone zu bezahlen, beides Geräte, die ja bekanntlich von ARM-Prozessoren angetrieben werden. Diverse Kollegen schimpften zudem, die 400.- Dollar würden nicht ausreichen, Intel müsse zukünftig mehr aufladen – um ein iPad mit 3G und 64 Gbyte Speicher kaufen zu können, ist das wohl wahr.

Fürs nächste Jahr hätte ich da eine nette Alternative für die raffgierigen Kollegen: Auch ein MacBook ist ja nicht so schlecht, und dieses wird wenigstens von einem Intel-Prozessor angetrieben.

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mrgreenEuropäische Kommission treibt die Reduktion der Standby-Leistungsaufnahme von netzwerkfähigen Produkte voran

12.09.2011 von Mr. Green

Im April dieses Jahres berichtete ich über meine Teilnahme am Networked Standby (Lot 26) Stakeholder Meeting der Ecodesign Directive in Brüssel, in dessen Mittelpunkt die Energievergeudung durch netzwerkfähige Produkte stand (siehe: Can One Size Fit All With Networked Standby Power Regulation?). Lot 26 ist aus folgenden Gründen hochinteressant: (1) Der Energieverbrauch dieser Produkte wird stark ansteigen, falls er nicht reguliert wird; (2) ein etwaiger Standard wäre wahrscheinlich horizontal und beträfe Produkte unterschiedlichster Art; und (3) die Ecodesign Directive ist weltweit das einzige Programm, das dieses Thema angeht. Offenbar meint die EC es ernst: Zur Vorbereitung auf ein für September geplantes Consultants Forum wurde kürzlich ein Arbeitspapier in Umlauf gebracht – der nächste Schritt auf dem Weg zur Veröffentlichung des Standards.

Ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung dieser horizontalen Spezifikation ist, dass verschiedene Produkte unterschiedlich lange Reaktivierungszeiten brauchen können (die Reaktivierungszeit ist die Zeit, die das Produkt benötigt, um seine Hauptfunktion wieder aufzunehmen, nachdem es durch einen Ferntrigger aus dem Standby-Betrieb herausgeholt wurde). Je kürzer die Reaktivierungszeit, desto mehr Komponenten müssen mit Strom versorgt werden und entsprechend höher ist die Leistungsaufnahme des Produkts. Um diesem Sachverhalt gerecht zu werden, definiert der Vorschlag zwei Stufen der Netzwerkverfügbarkeit:

•    Hohe Netzwerkverfügbarkeit (High Network Availability, HiNA) mit einer kurzen Reaktivierungszeit von <1 Sekunde
•    Geringe Netzwerkverfügbarkeit (Low Network Availability, LoNA) mit einer langen Reaktivierungszeit von ≥1 Sekunde

Wenn ein Produkt seine Hauptfunktion nicht bereitstellt, muss es in einen Standby-Modus mit niedrigerer Leistungsaufnahme übergehen. Bei Auslieferung des Produkts muss dies die Standardeinstellung sein. Die nachfolgende Tabelle zeigt die vorgeschlagenen Leistungsaufnahme-Grenzwerte für die beiden Netzwerkverfügbarkeitsstufen.

Netz­werk­verfüg­bar­keit

Max. Leistungsaufnahme (W)
im Netz­werk-Standby-Modus
Tier 1 (1/1/2014)

Max. Leistungsaufnahme (W)
im Netz­werk-Standby-Modus
Tier 2 (1/1/2016)

HiNA

12

8

LoNA

4

2

Tabelle 1. Vorgeschlagene Grenzwerte (Tier 1 und Tier 2) für die Leistungsaufnahme im Standby-Betrieb

Es ist geplant, die aktuelle horizontale Standby-Leistungsaufnahme-Spezifikation EC 1275/2008 um die neuen Standby-Anforderungen an netzwerkfähige Produkte zu erweitern. Netzwerkfähige Produkte werden sowohl die aktuellen als auch die neuen Anforderungen erfüllen müssen. Es wird erwartet, dass der erweiterte Standard Mitte 2012 verabschiedet wird.

In meinem Blog können Sie den weiteren Fortgang verfolgen. Den Wortlaut des Arbeitspapiers zur Erweiterung der Spezifikation EC 1275/2008 finden Sie unter: http://www.powerint.com/green-room/agencies/ec-eup-eco-directive

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mrgreenUnd der Sieger ist… (fürs Erste)

05.09.2011 von Mr. Green

2008 hat das amerikanische Department of Energy (DoE) den ‚L-Preis‘ ins Leben gerufen. Es ist ein Wettbewerb der Hersteller von Beleuchtungslösungen auffordern soll, sehr leistungsstarke und effiziente LED-Ersatzleuchten für die populärsten (und extrem ineffizienten) Glühbirnen zu entwickeln. Wie bereits in meinem Blog im Jahr 2009 erwähnt, war die erste Glühbirne, die ins Visier genommen wurde, die 60-W-Glühbirne mit Schraubsockel (A19). Sie wird am öftesten von Verbrauchern benutzt und macht ungefähr die Hälfte des Marktes für Glühbirnen für den Hausgebrauch aus. Die Anforderungen beinhalteten einen Stromverbrauch von nicht mehr als 10 Watt, mehr als 900 Lumen Licht mit mehr als 90 Lumen Leuchtstärke pro Watt und einer nutzbaren Lebensdauer von mehr als 25.000 Stunden. Die Teilnehmer mussten an einem umfangreichen Evaluierungsprozess durchlaufen, bei dem zuerst die Performance und die Lichtleistung gemessen wurden und in einer zweiten Phase die Langlebigkeit und eine Belastungsprüfung. Letzte Woche gab das DoE bekannt, dass das Produkt von Philips Lighting of North America gewonnen hat.

Dies ist eine bemerkenswerte Leistung und Philips verdient Anerkennung, nicht nur für den Sieg, sondern auch dafür, dass sie bisher der einzige Teilnehmer waren. Aber das Rennen um die effizienteste Ersatzleuchte für die 60W-Glühbirne ist noch nicht vorbei. Zwei andere amerikanische Unternehmen, General Electric Lighting und Lighting Science Group, haben Absichtserklärungen abgegeben, dass sie bis Ende des Jahres Muster einreichen werden. Während Philips den ersten Preis im Wert von $10 Millionen für sich beansprucht und sich zu Recht den ersten Teilnehmer nennt, der die Wettbewerbsbedingungen, sowie die für die ‚L-Preis‘ Partner-Promotions und -Incentives, erfüllt hat, würden erfolgreiche Produkte der anderen Hersteller auch für wertvolle Partner-Promotions und Regierungsaufträge in Frage kommen.

Wenn man sich vor Augen hält, dass das siegreiche Produkt auf einer älteren Technologie beruht, die schon lange vor dem Einreichungsdatum von September 2009 erhältlich war, ist es nicht schwer vorstellbar, dass neue Produkte sogar noch besser sein könnten. Stromversorgungen für LEDs lassen sich heute schnell und kostengünstig entwerfen, mit einer Leistungsfähigkeit von ungefähr 92,5%, gegenüber der 85% Leistungsfähigkeit der Treiberschaltung von Philips. Die Verluste des Treibers sind damit halbiert worden. Treiber mit längerer Lebensdauer, die modernere Lösungen nutzen, die Opto-Isolatoren und Elektrolytkondensatoren eliminieren, sind ebenfalls erhältlich. LEDs haben sich auch in den letzten zwei Jahren stark weiterentwickelt. 120 und sogar 150 Lumen pro Watt werden zunehmend zum Standard. Können wir noch weit davon entfernt sein, bis wir 6W LED-Ersatzleuchten anstatt altehrwürdiger 60W Glühbirnen in den Regalen sehen?

Während das ‘L-Preis’-Programm also sein Ziel erreicht hat, sehr effiziente und kundenfreundliche 60W Ersatzleuchten hervorzubringen, sind wahrscheinlich die wirklichen Neuigkeiten, dass die technologische Entwicklung seit Ankündigung des Wettbewerbs noch effizientere LED-Ersatzleuchten möglich machen sollte, die sogar noch mehr Energie sparen werden.

Inzwischen hat das DoE bekanntgegeben, dass es für den ‚L-Preis‘ seine Aufmerksamkeit auf andere Glühbirnenarten legen wird. Weitere Informationen über den ‚L-Preis‘-Wettbewerb des DoE finden Sie unter: http://www.lightingprize.org. Weitere Informationen über das Festkörperbeleuchtungsprogramm des amerikanischen DoE finden Sie unter: http://www1.eere.energy.gov/buildings/ssl/about.html

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mrgreenWie lange halten LED-Beleuchtungssysteme wirklich?

01.09.2011 von Mr. Green

Diese Frage untersucht ein vom U.S. Department of Energy (DoE) herausgegebener Bericht mit dem Titel LED Luminaire Lifetime: Recommendations for Testing and Reporting, der kürzlich aktualisiert wurde. Dieser Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die tatsächliche Lebensdauer von LED-Systemen im allgemeinen nicht bekannt ist. Er führt aus, dass außer den LEDs selbst auch die übrigen Komponenten eines LED-Systems einen erheblichen Einfluss auf dessen Lebensdauer haben:

Wie andere Bestandteile des Beleuchtungssystems beeinflussen auch die Bauteile und Komponenten, die zur Umwandlung der Netzspannung in den zur Speisung und Steuerung von LEDs benötigten Gleichstrom verwendet werden, die Lebensdauer und Zuverlässigkeit. Kondensatoren, Induktivitäten, Transformatoren, Optokoppler und andere elektrische Bauteile haben jeweils eine unterschiedliche Lebensdauer, die von der Betriebs- und Umgebungstemperatur abhängig ist, und können durch Schwankungen elektrischer Betriebsparameter – Überspannungen, Spannungsspitzen usw. – beschädigt werden. Eine effektive Auswertung der Zuverlässigkeit von LED-Systemen muss alle diese Aspekte berücksichtigen.”

Quelle: U.S. Department of Energy

Interessensgruppen, die mit dem Thema Energieeffizienz befasst sind, werden den Abschnitt über Spannungswandler besonders interessant finden. Der Bericht führt aus, dass die Design-Topologie die Anzahl und Art der Bauteile und dadurch u. U. auch die Lebensdauer beeinflusst. Die Betriebstemperatur ist ebenfalls ein wichtiger Faktor (höhere Temperatur geht mit kürzerer Lebensdauer einher); hoher Wirkungsgrad und geringer Wärmewiderstand verringern die Betriebstemperatur und verlängern die Lebensdauer.

Der Bericht enthält Informationen über die Performance von LEDs (Helligkeit/Lichtstrom und Farbverschiebung/Stabilität) und gibt Empfehlungen, wie die Lebensdauer künftig gekennzeichnet werden sollte.

Der komplette, 30-seitige Bericht kann von der DoE Website heruntergeladen werden.

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kzuehlkeEine ganze Branche steht zu Unrecht am Pranger

30.06.2011 von Karin Zühlke

auf die EU-Regulationswut in Sachen REACH, RoHS, WEEE & Co folgt ein neuer Streich aus dem politischen Tollhaus: Ab 1. Juli wird der Handel mit ICs bundesweit nach dem Reverse-Charge-Verfahren besteuert. Nur sitzen die Verantwortlichen diesmal nicht in Brüssel sondern in Berlin.

Dass das Bundesfinanzministerium die deutsche IC-Branche im Visier hat, liegt am angeblich zunehmenden Umsatzsteuerbetrug beim Handel mit CPUs und Speicher-ICs. Nun wäre ein Steuergesetz, das den schwarzen Schafen das Handwerk legt, an sich nicht zu verteufeln, zumindest wenn es mit dem nötigen Sachverstand aufgesetzt ist. Doch was da morgen in Kraft tritt, ist nichts anderes als die geballte Inkompetenz einer Bundesbehörde. Denn die neue Gesetzgebung schießt weit über ihr eigentliches Ziel hinaus: Sie trifft nicht nur die schwarzen Schafe, sondern schert die komplette Halbleiterindustrie über einen Kamm und stempelt damit eine ganze Branche als potenzielle Steuerbetrüger ab.

Die Komponentenbranche, zu der die Halbleiterindustrie mit 70 Prozent und auch die Distribution mit 25 Prozent signifikant beisteuern, erzielte letztes Jahr in Deutschland immerhin einen Umsatz von 22 Milliarden Euro. - Zu wenig für die Berliner Lobbyisten? Anders lässt sich die Ignoranz der Entscheidungsträger gegenüber den Einwänden jedenfalls kaum erklären. Vielleicht hätte das Ministerium einfach jemanden zurate ziehen sollen, der einen Speicher-IC von einem Power-Management-IC unterscheiden kann? Das hätte der Halbleiterindustrie jedenfalls viel Aufregung und Ärger erspart.

Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Artikel Distributoren sind sauer: Ab 1. Juli tritt neues Steuerrecht für den Handel mit ICs in Kraft. Wie immer freue ich mich über Ihre Meinung.

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friemenschneiderMehr Entwicklerkonferenzen!

30.06.2011 von Frank Riemenschneider

Das zahlreiche Feedback auf meine kürzlich gestellte Frage, ob und wenn ja, welche Halbleiterhersteller eine Entwicklerkonferenz nach dem Vorbild des IDF oder FTF veranstalten sollen, hat mich doch sehr überrascht – im positiven Sinn. Dafür vielen Dank!

Aus den vielfältigen Meinungen lassen sich doch einige Trends ableiten: Die Einstellung der TIDC (Texas Instruments Developer Conference) wird von Ihrer Seite sehr bedauert, eine Wiederaufnahme dringend gewünscht. Ebenso wurde ich mehrfach gebeten, bei Microchip doch mal nachzufragen, ob man die Masters-Conference denn unbedingt im August in Phoenix abhalten müsse – in der Tat sind Temperaturen von mehr als 40 °C in Arizona zu dieser Jahreszeit eher normal als die Ausnahme.

Lob haben Sie neben Intel und Freescale für Inhalte und Durchführung ihrer Konferenzen auch an Qualcomm und Renesas verteilt, wobei die Location Süd-Kalifornien (San Diego bzw. Anaheim bei Los Angeles) offenbar in der Vergangenheit auch zum Wohlbefinden einiger Teilnehmer beigetragen hat.

Aber auch in Deutschland gibt es äußerst interessante Veranstaltungen an schönen Orten, so z.B. die nächste Woche in Ludwigsburg stattfindene Konferenz für ARM-Systementwicklung. Hier erfahren Sie alles über ARMs Cortex-Prozessoren und das zugehörige Hardware- sowie Software-Ecosystem, alle Details und das Anmeldeformular finden Sie unter www.arm-entwicklerkonferenz.de.

Wenn Sie aus der Stromversorgungs-Welt kommen, dann habe ich auch noch einen Tip für Sie: Ebenfalls in Ludwigsburg haben wir zusammen mit Linear Technology und Energy Micro einen Halbtages-Workshop zum Thema: „Energy-Harvesting: Energie ohne Batterie ?!“ aufgesetzt. Alle Details hierzu gibt es unter www.embedded-entwicklerforum.de

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mrgreenIhre Set-Top-Box – der heimliche Energiefresser

20.06.2011 von Mr. Green

Wenn Sie die größten Energiefresser in Ihrem Haushalt (gemessen am jährlichen Energieverbrauch in Kilowattstunden) nennen sollten, würden Sie wahrscheinlich zuerst an Ihre Tiefkühltruhe oder Ihren Fernseher mit 1,65-m-Riesenbildschirm denken. Die unschuldige kleine Set-Top-Box (STB) neben Ihrem Fernseher käme Ihnen vermutlich nicht in den Sinn. Ein kürzlich vom Natural Resources Defense Council (NRDC) veröffentlichter Bericht belegt jedoch, dass STBs die größten Energiefresser in Haushalten sind.

Laut diesem Bericht verbrauchten STBs im Jahr 2010 in den USA etwa 27 Milliarden Kilowattstunden Strom und verursachten damit einen CO2-Ausstoß von 16 Millionen Tonnen; die Verbraucher kostete das insgesamt $3 Milliarden. Untersuchungen in aller Welt stützen die NRDC-Daten. Im vergangenen März berichtete ich über den ersten chinesischen Stadard für Set-Top-Boxen. In Europa gehen viele Service-Provider das Problem an, indem sie ihre Hardware modifizieren.

Viele STBs sind sieben Tage in der Woche rund um die Uhr in Betrieb und gehen niemals in den Tiefschlaf. Die Version 3 der ENERGY-STAR-Spezifikation definiert Deep Sleep als einen Zustand, in dem der Energieverbrauch eines Gerätes ≤15% des Wertes im Normalbetrieb beträgt. Der Deep-Sleep-Modus ist jedoch optional. Der NRDC-Bericht macht Vorschläge zur Verbesserung der Energieeffizienz von STBs und ruft zu einer aggressiven Implementierung des Deep-Sleep-Modus auf.

Sky Broadcasting ist einer der europäischen Service-Provider, die bereits damit begonnen haben, ihre STBs mit einem Deep-Sleep-Modus auszustatten. Wenn die Set-Top-Box unbenutzt ist, geht sie automatisch um 23 Uhr in den Deep-Sleep-Modus über. Das manuelle “Wiederaufwecken” aus dem Deep-Sleep-Modus dauert 90 Sekunden.

Der Bericht geht auch auf künftige Technologien ein. Der NRDC schlägt vor, dass STBs dem Modell für Streaming-Dienste (wie z. B. Netflix und AppleTV) folgen sollen, die drahtlos vernetzte Geräte wie Blu-ray-Player und Spielkonsolen nutzen. In diesem Szenario gibt es in jedem Haushalt nur eine einzige, zentrale Set-Top-Box, von der alle übrigen Fernseher im Haus ihr Signal als Thin-Clients beziehen.

Nach Schätzung des NRDC würde eine Kombination aus Deep-Sleep-Modus und
Thin-Client-Technologie den jährlichen STB-Energieverbrauch pro Haushalt um über 430 Kilowattstunden – von 617 auf nur noch 179 kWh/a – verringern.

Den vollständigen Bericht finden Sie unter: http://www.nrdc.org/energy/files/settopboxes.pdf

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mrgreenEnergy Star beginnt mit der Aktualisierung der Energieeffizienzanforderungen an Bildschirme

20.06.2011 von Mr. Green

Das ENERGY STAR-Team der US-Umweltschutzbehörde EPA hat soeben Draft 1 einer neuen Version seiner Program Requirements Product Specification for Displays veröffentlicht. Die vorgeschlagene Version 6 der Energieeffizienzspezifikation wurde in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission entwickelt und soll die aktuelle Version 5.1 ersetzen, die seit Ende 2009 inkraft ist. Dieses Programm umfasst derzeit Computerbildschirme, digitale Bilderrahmen und Anzeigetafeln; es kann darüber hinaus auch Displays mit KVM-Funktionalität umfassen*. Ausgenommen sind Produkte mit einer Bilddiagonale >60 Zoll, Produkte mit eingebautem Fernsehtuner, Dual-Function-Fernseher/Computerbildschirme, Displays für medizinische Diagnoseanwendungen und Tablet-Computer.

Hier einige der Schwerpunkte des Entwurfs:
• Angesichts der Tatsache, dass Bildschirme und Fernsehgeräte in ähnlicher Weise genutzt und vermarktet werden, harmonisiert die EPA die Definitionen und Testmethoden für die beiden Produktkategorien. Dabei übernimmt sie den internationalen Teststandard für Fernsehgeräte, IEC 62087, der eine Mindesthelligkeit von 65% der maximalen Helligkeit und Testbedingungen für standardmäßig aktivierte automatische Helligkeitsregelung (ABC, Automatic Brightness Control) vorschreibt. 
• Zwecks Harmonisierung mit der Standby-Spezifikation der 2013 European Commission Ecodesign Directive (EC No. 1275/2008) wurde die maximal zulässige Leistungsaufnahme im Sleep-Modus und im ausgeschalteten Zustand auf 0,5 Watts reduziert.
• Die Leistungsaufnahmeberechnung für den aktiven Zustand für Produkte mit standardmäßig aktivierter ABC wurde erweitert und umfasst jetzt mehrere Umgebungslicht-Helligkeitsstufen.
• Ein Abschnitt Networking Capabilities wurde hinzugefügt; die Interessensvertreter werden gebeten, sich zum Verbreitungsgrad netzwerkfähiger Bildschirme und zu deren zusätzlichem Leistungsbedarf im aktiven Zustand, im ausgeschalteten Zustand und im Sleep-Modus zu äußern.

Mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen (GHG, Greenhouse Gas) zu reduzieren, fordert der vorgeschlagene ENERGY STAR Displays Partner Commitments Entwurf die Hersteller auf, ihre LCD-Komponenten von Lieferanten zu beziehen, die 90% der in der Produktion von LCD-Panels für ENERGY-STAR-qualifizierte Produkte verwendeten Fluorkohlenwasserstoffe wiederverwerten oder vernichten.

Die EPA wird diesen Entwurf im Rahmen eines Webinars, das für diesen Monat geplant ist, mit den Interessensvertretern diskutieren. Im September soll dann der zweite Entwurf bei einem persönlichen Treffen diskutiert werden. Es ist geplant, die Version 6.0 im November 2011 fertigzustellen. Die neue Spezifikation soll dann im August 2012 inkraft treten.

Um Interessensvertreter zu werden, schicken Sie bitte ein eMail mit Ihren Kontaktdaten an: displays@energystar.gov. Der Wortlaut von Draft 1 und weiterer einschlägiger Dokumente finden Sie unter: http://www.energystar.gov/index.cfm?c=revisions.display_spec

* Die Fähigkeit, mehrere Computer mithilfe einer einzigen Tastatur, eines einzigen Bildschirms und einer einzigen Maus zu steuern.

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mrgreenNeue Teststandards für Akkuladesysteme und erweiterte Teststandards für externe Stromversorgungen veröffentlicht

15.06.2011 von Mr. Green

Im vergangenen Monat hat das US Department of Energy seine Testprozeduren für Akkuladesysteme (BCS, Battery Charger Systems) und externe Stromversorgungen (EPS, External Power Supplies) erweitert. Das DoE hat mit der Veröffentlichng seines ersten Energiesparstandards für BCSs und der Erweiterung seines aktuellen EPS-Standards einen wichtigen Meilenstein erreicht und kann sich jetzt dem nächsten (und extrem wichtigen) Teil der BCS- und EPS-Spezifikation EISA2007 widmen.  Diese beiden Standards könnten nicht nur die US-amerikanischen, sondern auch internationale Energieeffizienzprogramme beeinflussen.

In dem neuen DoE-BCS-Dokument ist der Energieverbrauch im aktiven Modus jetzt Bestandteil der Testprozedur, die in früheren Versionen nur den Energieverbrauch im Wartungsmodus und beim Betrieb ohne Batterie einbezogen hatte. Dadurch sind die Testmethoden des DoE jetzt mit denen der California Energy Commission (CEC) und von ENERGY STAR harmonisiert.

An der EPS-Front erweitert das DoE den Gültigkeitsbereich des Standards um weitere Produktgruppen, nämlich: EPSs mit mehreren Ausgangsspannungen (der aktuelle Standard gilt nur für Produkte mit einer einzigen Ausgangsspannung); EPSs, die mit der Last kommunizieren; EPSs mit interner Strombegrenzung; und EPSs mit einer Ausgangsleistung >250 W.

Nach Fertigstellung der Testprozeduren stellt sich jetzt die große Frage, wann die endgültigen Energieeffizienzstandards veröffentlicht werden (EISA 2007 benötigte sie eigentlich schon bis zum 1. Juli dieses Jahres, in Kraft treten sollen sie dann in 2013). Wie bereits erwähnt wurde, könnten sie Auswirkungen über die USA hinaus haben. Es wird erwartet, dass andere Länder die BCS-Testprozeduren prüfen und übernehmen und wahrscheinlich die gleichen Energieverbrauchsgrenzwerte festlegen werden. Auch der erweiterte EPS-Standard könnte international übernommen werden, dadurch würde sich der gegenwärtige Trend zur Harmonisierung der EPS-Energieeffizienzprogramme fortsetzen.

Die Testprozeduren des DoE für BCSs und EPSs können Sie in der im US Federal Register veröffentlichten Anzeige “Energy Conservation Program for Certain Consumer Appliances: Test Procedures for Battery Charger and External Power Supplies” nachlesen. Sie finden dieses Dokument unter:  http://www.gpo.gov/fdsys/pkg/FR-2011-06-01/html/2011-12595.htm  

Weitere Informationen über die BCS- und EPS-Programmaktivitäten des DoEs finden Sie unter der folgenden Adresse, wo Sie sich auch für einen eMail-Info-Service registrieren können: http://www1.eere.energy.gov/buildings/appliance_standards/residential/battery_external.html

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mrgreenWas hat es mit den neuen Energy Star Luminaires Spec (v1.0) auf sich?

30.05.2011 von Mr. Green

Die kürzlich veröffentlichte ENERGY STAR Spezifikation für Leuchtmittel treten am 1. Oktober 2011 inkraft. Hier einige der letzten Änderungen:

• Die neue Spezifikation gilt nur für Leuchtmittel mit einer Leistungsaufnahme von weniger als 250 W. Ausgenommen von der Spezifikation sind “Leuchtmittel mit Schraubfassungen (d. h. ANSI E26, E26d E12, E17, E39, E39d) ohne zugehörige Vorschaltgeräte.”

• Ebenfalls neu ist die Unterscheidung zwischen gerichtet und ungerichtet strahlenden Leuchtmitteln. “Gerichtet strahlende” Leuchtmittel sind definiert als solche, die 90 bis 100 Prozent des Lichts in Richtung der zu beleuchtenden Oberfläche abgeben.

• Es sind Vorrichtungen vorgeschrieben, die die Effizienz um etwa 30% gegenüber dem derzeit vorgeschriebenen Wert steigern. Ab 2013 gelten verschärfte Anforderungen, die eine Effizienzsteigerung um 40% vorschreiben.

Zusammen mit den aktuellen Bestrebungen zur Abschaffung von Glühbirnen (siehe meinen Blog über die “Lightbulb Law“) ist diese neue Spezifikation ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Steigerung der Energieeffizienz von Beleuchtungslösungen.

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