Login  |   RSS

CSchindlbeckBaby – Glückwunsch! - dann Karriereknick

12.05.2010 von Corinne Schindlbeck

Haben wir Ingenieurmangel oder nicht? Das ist eine Frage der Definition. Einen Leserbrief zum Thema möchte ich besonders herausgreifen:
»Wenn ich mir ansehe, welche Spießrutenläufe meine Kolleginnen durchlaufen wenn sie schwanger sind, und mit welcher Leichtigkeit die Unternehmen diese Frauen ziehen lassen, frage ich mich schon, was das Gejammere soll. Da müssen sich Ingenieurinnen mit fast zehn Jahren Berufserfahrung sagen lassen, dass man lieber einen Ingenieur frisch von der Uni in Vollzeit hätte, statt eine Mutter mit 30 Stunden. Da entscheiden Chefs (die fast immer in traditionellen Familien mit Vollzeithausfrauen leben), ob die Mitarbeiterin ihren Job mit Kind noch machen kann (ohne sie zu fragen). Einige der Frauen in meinem Umkreis haben ihre Firmen in den ersten Jahren der Mutterschaft verlassen. Manche haben sich selbständig gemacht, andere sind von frauenfreundlicheren Unternehmen abgeworben worden (davon gibt es in unserer Branche allerdings nicht sehr viele. Meist sind es nicht die deutschen Unternehmen, die hier punkten). In keinem Fall habe ich mitbekommen, dass die Personalabteilungen dieser teilweise sehr großen Unternehmen versucht hätten, die Frauen zu halten.«
Warum dann überhaupt noch Geld ausgeben für Frauenförderprogramme wie »Girls day«, »Invent-a-chip«oder »TectoYou«? Solange in den führenden Männer-Köpfen die Mär vorherrscht, »mit Kind kann sie DEN Job nicht mehr machen«, kann man sich die Ausgaben für Frauenförderung auch sparen. Mal ehrlich: Ist es nicht eher so, dass ER denkt, ER könnte den Job mit Kind(ern) nicht mehr machen?

Geschrieben in Ingenieurmangel |

2 Kommentare

  1. Ich stimme dem Grundton Ihres Artikels zu. Jedoch:

    Es ist eine Illusion anzunehmen, man kann den gleich Job mit Kind weitermachen genauso wie es eine Illusion ist, dass sich mit Kind nichts ändert. Ob die Frau das Nachsehen hat (was die Regel ist) oder der Mann - eines bleibt : die doppel Superduper-Karriere ist vorbei. Bei uns war es so und in dieser Gesellschaft wird dies auch immer der Normalfall sein. Doppelkarriere mit 2 Kindern geht nur wenn einem die Eltern hinterherziehen um ständig aushelfen zu können oder/und es eine Kinderbetreuung auf DDR Niveau gäbe. Alles Illusion ;-) Wir trauern dem fetten Akademiker Doppelverdienst nicht wirklich nach, denn mit Kindern ändert sich die Welt mehr als man denkt (zum Besseren :-)

  2. Hallo Stefan,

    ich stimme Ihnen vor allem in letzterem Punkt zu… :-) Gleichzeitig mag ich mich nicht damit abfinden, dass es für Familien schwierig wird, wenn die Frau arbeiten gehen will! Viele meiner Freundinnen kommen leider nicht in den Genuss von zwei tadellosen öffentlichen Betreuungsplätzen, wie ich sie hier in einer Gemeinde im Landkreis München habe. (Was absolut die Ausnahme ist!) Seitdem lässt sich der 2/3-Job mit Familie vereinen. Aber ich würde lügen, wenn ich sagte, das ist nicht auch stressig! :-)

Einen Kommentar abgeben

Bitte beachten Sie: Die Kommentare werden moderiert. Dies kann zu Verzögerungen bei Ihrem Kommentar führen. Es besteht kein Grund den Kommentar erneut abzuschicken.