Bicker Elektronik: Entwicklung und Vertrieb in Bayern, Fertigung in Fernost

Stromversorgungslösungen für Industrial Computer bilden seit über 10 Jahren das Hauptgeschäft der Bicker Elektronik. Die Hälfte des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit Standardware. Den Rest fertigen Partner in Taiwan nach den Vorgaben aus Donauwörth.

Technische Kompetenz allein überzeugt am deutschen Stromversorgungsmarkt nicht. Wer zwar feine Produkte, aber nur einen bescheidenen Service in puncto Lieferfähigkeit und Flexibilität bei Kundenwünschen bieten kann, der tut sich in Deutschland schwer. Diese Einsicht veranlasste Markus Bicker 1994 zum Schritt in die Selbstständigkeit. Schneller und vor allem flexibler als sein ehemaliger Arbeitgeber wollte er in Zukunft vor allem die Bedürfnisse mittelständischer Kunden befriedigen.

Das Konzept ging auf, aus der Ein-Mann-Firma ist inzwischen ein Unternehmen mit 14 Beschäftigten geworden. Für die Zukunft sieht Bicker noch Luft nach oben, »mit einem weiteren Ausbau der Vertriebsmannschaft wollen wir den Umsatz bis 2010 über die 5-Mio.-Euro-Schwelle steigern«. Die Zahl der Mitarbeiter dürfte sich bis dahin wohl auf 20 erhöhen. Der Weg dorthin führt für Bicker über eine optimale Beratung und Bedienung der Kunden. »Nur wirklich zufriedene Kunden kommen wieder und stellen einen langfristigen Erfolg sicher«, fasst er sein Credo zusammen, »gerade im beratungsintensiven Stromversorgungsgeschäft ist das essentiell«

Zwar verfügt das in Donauwörth ansässige Unternehmen über keine eigene Fertigung, doch die über 10jährige Erfahrung am Markt hat inzwischen dazu geführt, dass gut die Hälfte der angebotenen IPC-Netzteile, Netzteile, DC/DC-Wandler und USV-Systeme im Produktkatalog auf Entwicklungen und Anregungen von Bicker zurückgehen. »Wir sind mit Sicherheit keine Early-Adopter neuer Bauelemente und Schaltungstopologien«, meint Bicker schmunzelnd, »aber wir haben ein feines Gespür für Bedürfnisse entwickelt, die bei unseren Kunden entstehen«. Jüngstes Beispiel dafür war das bereits 2004 verstärkte Engagement im Bereich lüfterloser Lösungen.

Für die hardwaretechnische Umsetzung dieser Trends arbeitet Bicker mit drei taiwanischen Herstellern Zippy-Technology, Magic Power und Skynet zusammen. In Zukunft dürfte sich auch die Zusammenarbeit mit dem japanischen Hersteller Nipron vertiefen. Kundenspezifische Lösungen in Form von Neudesigns setzen in der Regel ein Auftragsvolumen von 1000 Geräten voraus, kundenspezifische Anpassungen existierender Geräte sind teilweise schon ab 50 Geräten zu haben. Nullserien werden innerhalb weniger Tage vor Ort in Donauwörth realisiert, dort durchlaufen die Geräte auch die notwendigen Tests, bevor die Entwicklungs- und Produktionsdaten nach Fernost weitergereicht werden.