ARM Call for Papers
Die große Konferenz für ARM-Systementwicklung am 11. und 12. Juli 2012 in München bietet Entwicklern die Gelegenheit, sich detailliertes Wissen über die aktuellen Cortex-Architekturen anzueignen, die mittlerweile zum Industriestandard avanciert sind.
Ausführliche Informationen:
www.arm-entwicklerkonferenz.de
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Electronic WebLessons
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Globalpress Electronics Summit 2011
MIPS: »64-Bit die Zweite«
Art Swift, Vice President Marketing bei MIPS Technologie, nutzte die Gunst der Stunde und kündigte in seiner Eröffnungsrede zum diesjährigen Globalpress Electronics Summit 2011 eine neue IP-Core-Familie an: Prodigy. Es handelt sich um die weltweit erste Multi-Threading-fähige 64-Bit-Multi-Core-Familie.
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Allerdings macht Swift nur eine Produktvorankündigung, die eigentliche Familie mit allen Details soll Ende des Jahres vorgestellt werden. Warum die Vorankündigung? Zum einen bietet sich natürlich selten die Gelegenheit, vor mehr als 30 Journalisten aus aller Welt zu sprechen – außer eben bei einem Event wie dem Globalpress Electroncis Summit 2011. Zum anderen hat ARM mit seinem Cortex A15 wieder einmal vorgelegt, da heißt es zumindest Flagge zeigen.
Was steckt also hinter Prodigy? Es ist eine Familie von 64-Bit-Cores und Swift betont nochmals, dass MIPS die einzige Adresse ist, wo Entwickler einen Multi-Threading-fähigen Multi-Core-Prozessor herbekommen können. Innerhalb von Prodigy wird es eine Single-Core-Version- und Multi-Core-Varianten geben, wobei nicht erklärt wird, wie viele Cores maximal integriert werden, aber vier sollen es mindestens sein. Allerdings will MIPS den Entwicklern die Möglichkeit anbieten, dass sie auch alle Stufen dazwischen bekommen können, also auch Zwei-Core- oder Drei-Core-Varianten. Auch bei den Threads pro Core verweigert MIPS eine konkrete Antwort, lediglich auch hier ein Hinweise von Gideon Intrater, Vice President Product Marketing and Applications von MIPS Technologies, dass bei der der MIP32 1004K-Familie maximal neun Threads möglich sind und dieses Niveau bei Prodigy lediglich die Ausgangsbasis darstellt. Und auch bezüglich der Pipeline-Struktur hält sich Intrater bedeckt.
MIPS hat bereits versucht, mit einer 64-Bit-Core-Familie zu punkten und zwar ungefähr 10 Jahre zuvor mit seiner 5K-Familie. Die ist allerdings ein Flop gewesen, wo liegt also der Unterschied zu damals und heute? Intrater verweist einerseits auf die Tatsache, dass beide Designs leistungsmäßig nicht miteinander vergleichbar sind. Denn bei 5K gab es keine Multi-Core-Varianten, kein Multi-Threading und auch Multi-Issue war nicht vorgesehen. Außerdem ist sicherlich heute auch der Markt ein anderer, denn damals waren 64 Bit eigentlich nicht unbedingt notwendig, weil kein Mensch einen so großen Speicher adressieren musste. Wobei MIPS durchaus Umsatz mit 64-Bit-Lösungen macht, sogar nicht ganz wenig. Denn immerhin stammen rund 15 Prozent der Umsätze, die MIPS mit Royalties erzielt, aus dem 64-Bit-Geschäft – allerdings handelt es sich hier um Architekturlizenzen. Intrater betont: »Heute braucht die embedded Welt eine 64-Bit-Architektur für Networking-Anwendungen, mobile Geräte und digitale Heim-Entertainment-Produkte wie Settop-Boxen.«
Konkret visiert MIPS mit Prodigy also folgende Anwendungen an: Networking, Tablet-PCs und Smart-Phones – und dies auch in der zeitlichen Reihenfolge wie sie hier aufgeführt sind. Das heißt Networking ist die erste Applikation, die auf den 64-Bit-Core aufspringen wird. Intrater: »In diesem Marktsegment werden bereits heute auf 64-Bit-Prozessoren eingesetzt.« Im zweiten Schritt folgen Tablets und dann eben auch die Smart-Phones, Intrater merkt noch an: »In einem Smart-Phone sitzen heute schon 0,5 GByte Speicher.« In dieser Aussage versteckt sich eines der Hauptargumente für 64 Bit: Jede Applikation, die einen größeren Speicher als 4 GByte braucht, muss eigentlich von 32 auf 64 Bit wechseln – nur »eigentlich«, weil ARM beispielsweise in seiner A15-Familie eine so genannte Large Physical Address Extension verwendet, kurz LPAE, so dass auch der A15 in der Lage ist, einen Speicher bis zu einer Größe von 1 TByte zu adressieren.
Aber auch wenn hier Prodigy gegenüber ARM nicht punkten kann, glaubt Intrater, dass Prodigy dennoch besser abschneidet als A15. Denn mit Blick auf mW/mm2 sowie DMIPS/MHz kämen die neuen Prodigy-Prozessorkerne deutlich besser weg als ARM mit seinem A15 – Argumente, die bei mobilen Geräten wie Tablets und Smart-Phones sicherlich entscheidend sind.
Weiterführende Links:
- Mikroprozessoren: IBM fordert ARM und Mips heraus
- Frontalangriff auf ARM und Intel: MIPS stellt superskalares Multiprocessing-System vor
- MIPS Technologies: Android-Plattform »Honeycomb«
- MIPS Technologies: Dalvik Turbo VM Engine jetzt in »Android on MIPS« erhältlich
- MIPS Technologies: Schnellere Taktfrequenz oder mehr Parallelisierung?








