augenBLICK
PCIM Europe 2012: Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Fokus.
Elektromobilität war eines der Hauptthemen auf der PCIM Europe 2012.
Automotive Congress Video
Das Video zum 4. Elektronik automotive congress 2012.
Bordnetz-Kongress
Call for Papers & Workshops!
Auf dem Bordnetz Kongress am 25. September 2012 in Landshut dreht sich alles um DAS zentrale Element jedes Fahrzeugs.
Senden Sie uns jetzt Ihre Beiträge zu bordnetzrelevanten Themen!
Elektromobilität
Automobilelektronik-Trends Special
Sicherheitssysteme, Vernetzung, Elektromobilität bzw. Energieeffizienz -sowie der Einfluss Chinas stehen in diesem Jahr auf der Agenda der -Automobil-Branche. Vertreter der automobilen Wertschöpfungskette -geben einen Ausblick auf das laufende Jahr.
MOST-Special
Mehr als 100 Fahrzeugmodelle nutzen bereits die MOST-Technologie. Wo sie genutzt wird und wie es in der Zukunft weitergeht, können Sie in unserem englisch-sprachigen MOST-Special herausfinden.
Die MOST-Ecke
Intel Developer Forum 2009
Intels Atom-Prozessor hält Einzug ins Auto
Bislang fand man x86-Prozessoren ausschließlich in der PC-Welt. Intel hat anlässlich des IDF 2009 bekannt gegeben, dass die deutschen Hersteller BMW und Mercedes-Benz in kommenden Fahrzeugmodellen der Oberklasse künftig Unterhaltungssysteme der Firma Harman International verbauen werden, deren Basis ein Intel-Atom-Prozessor bildet.
Anzeige
Es ist eine kleine Revolution: Mit dem Atom hält erstmals ein Prozessor der x86-Mikroarchitektur Einzug ins Auto. Dabei setzt man auf die Atom-ZSerie, deren Chips im Vergleich zu den bei Netbooks verwendeten CPUs der N-Serie noch stromsparender arbeiten können. Die neuen Systeme von Harman basieren auf der gemeinsam mit Intel entwickelten Hardware-Plattform GreenEdge, bei der ein Atom-Prozessor Z520 zum Einsatz kommt. Die Plattform wird mit 1,3 GHz getaktet, nimmt maximal 2,2 W Leistung auf und arbeitet im Temperaturbereich zwischen –40 und +85 °C.
Für BMW soll Harman/Becker Automotive Systems das „Professional“ genannte High-End-Infotainment-System für alle kommenden Automobilplattformen liefern (zunächst für die 7er-Reihe). Bei Mercedes geht es um die nächste Comand-Generation für die S- und C-Klasse. Durch die x86-Kompatibilität des Atoms wird es erstmals möglich, eine mit dem PC vergleichbare Internet-Qualität ins Auto zu übertragen, da spezifische Elemente wie z.B. Adobes Flash-Player laufen, die für RISC-basierende Architekturen nicht verfügbar sind. Des weiteren können neue, auf dem PC entwickelte Komponenten (Java-Updates u.a.) quasi zeitgleich durch ein Software-Update für den Pkw verfügbar gemacht werden – der Automotive-Zyklus passt sich sozusagen dem schnellebigen Consumer-Zyklus an.
Alle Audio- und Video-Formate werden sich dank Atom wie auf dem PC abspielen lassen. Die 3D-Navigation bietet u.a. dreidimensionale Sonderziele, Landschaftsmodelle und Satellitenbilder. Auch eine Festplatte bzw. SSD soll verbaut werden. Abgesehen von dem größten Vorteil einer x86-basierenden Plattform, nämlich dem zeitnahen Zugriff auf Milliarden auf PCs entwickelter Codezeilen, verfügt Atom (vermutlich zusammen mit einigen Grafik-Hardware-Beschleunigern auf einem automotivespezifischen SoC) über die Rechenleistung, anspruchsvollste Anwendungen auszuführen. Denkbar ist z.B. die Verwaltung von unterschiedlichen Datenströmen für Passagiere auf den Rücksitzen, Beifahrer und Fahrer nebst Surfen im Internet über 3G oder WiFi. Mit der SSD lassen sich nicht nur umfangreiche Navigationsdaten speichern, sondern das System wird vermutlich hochgradig personalisierbar sein – eben wie ein PC.
Als Betriebssystem ist QNX R TOS (das Neutrino-Echtzeit-Betriebssystem) vorgesehen, das laut Harman quasi keine Boot-Zeit benötigt – anders gesagt: Man drückt einen Knopf und das System ist hochgefahren. Auf der Website von QNX kann man lesen, dass das Betriebssystem auch bei Daewoo, Hyundai, Holden, Renault, Ssangyong und anderen Firmen, die nicht genannt werden wollen, zum Einsatz kommt. Es liegt daher nahe, dass sich neben BMW und Mercedes auch schon andere Autohersteller für die Haman-Plattform interessieren. Intel-CEO Paul Otellini sagte auf einer Keynote beim IDF, dass die Standardisierung ein ganz wichtiger Bestandteil des Erfolges des Web sei – als Beispiele nannte er TCP/IP, HTTP, HTML und XML. Intel will mit seinem „Continuum Computing Concept“ die Standardisierung aller x86-basierenden Geräte vorantreiben – inklusvie des Autos. Ein GENIVI genanntes Industriekonsortium („GEN“ steht für Genf, die Stadt des Friedens und der Harmonie, „IVI“ für „In-Vehicle-Infotainment-System“) wird sich darum kümmern, u.a. die heute proprietären Steckverbinder für Auto-Infotainment-Systeme zu vereinheitlichen.
Eine interessante Frage für die Halbleiterindustrie dürfte sein, wer noch auf die Harman-Plattform aufspringen darf. Erster Gewinner ist Dialog Semiconductor aus Kirchheim/Teck, das mit dem DA6001 das Power-Management-IC für Atom liefern darf. Ob sich die Hoffnungen der FPGA-Industrie erfüllen werden, zur Vernetzung mit CAN, MOST & Co. ein FPGA beisteuern zu dürfen (entsprechende Vorschläge wurden ja auf den Messen Electronica und Embeeded World vorgestellt), ist m.E. dagegen zumindest zweifelhaft: Seit dem Abkommen mit der Foundry TSMC kann Intel SoCs mit Atom-Core produzieren lassen. Es spricht technisch ja nichts dagegen, ein automotives SoC mit CAN-, MOST- und anderen Schnittstellen zu bauen – in diesem Fall dürfte es für Atera, Xilinx & Co. „FPGA ade“ heißen. Auch beim Thema Grafik dürfte es schlecht aussehen: Dank des Larrabee-Projektes hat Intel genug eigenes Know-how, Hardware-Grafik-Beschleuniger z.B. für OpenGL oder DirectX zu entwickeln. Das System dürfte auch deswegen für fast alle Auto-Hersteller interessant sein, da eine Differenzierung ausschließlich über Software möglich ist.
Jeder Hersteller kann eine eigene Benutzeroberfäche schreiben. Testen und Debuggen kann er das Ganze dann auch noch auf dem PC. Warum ich jedoch glaube, dass gar kein Hersteller mehr an der Atom-Plattform vorbeikommt, sind ganz banale Marketingargumente: Wenn sich der BMW-fahrende Nachbar im Auto die neuesten Flash-Videos auf www.elektroniknet.de anschaut, dann müssen die anderen Hersteller wohl oder übel nachziehen. Wetten, dass?
Weiterführende Links:





