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Einfluss des Smartphone auf Bedienkonzepte im Auto: Erwartungen der Generation Y

Die drei Megatrends Digitalisierung, Vernetzung und Mobilität werden zu bedeutenden Kaufkriterien für Autos der postmodernen Generation. Das Projekt „All-in-One“ fasst diese Trends aus Sicht eines Halbleiterherstellers zusammen und wirft die Frage auf: Was fordert die Generation Y wirklich?

Socionext Bildquelle: © Socionext

In den letzten 20 Jahren hat das Internet die Gesellschaft und die Wirtschaft nachhaltig verändert. Die Selbstverständlichkeit, zu jeder Zeit an jedem Ort mit dem Internet verbunden zu sein, erfordert ein Umdenken nicht nur in der Automobilindustrie.

„Always on – always connected“ ist der Lebensstil der jungen, technikaffinen Zielgruppe. Die Kommunikationswünsche der „Generation Connected“, sprich: der Führerscheinbesitzer unter 30 Jahren, haben sich innerhalb kürzester Zeit gewandelt. Teilweise substituieren inzwischen vernetzte Smart Devices die „Built in“-Systeme; das Smartphone ist wichtiger als der Besitz eines eigenen Fahrzeugs. Der Wunsch nach umfangreicher Konnektivität entwickelt sich zum bedeutenden Kaufkriterium.

Personalisierung des Autos

Das eigene Fahrzeug steht ca. 23 Stunden täglich in Parkposition, während das Smartphone 24 Stunden „on“ ist. Langfristig erwarten die Experten einen Rückgang der abgesetzten Fahrzeuge und damit neue Perspektiven für die Mobilität, gerade im öffentlichen Nahverkehr. Die Anzahl der Teilnehmer, die bei 150 deutschen Car-Sharing-Anbietern registriert sind, wuchs laut dem Bundesverband für Car Sharing auf über eine Million. Es geht hier schon lange nicht mehr allein um die Hardware, sondern um die mobile Vernetzung und damit um die Personalisierung des Autos.

Das Projekt AiO

Technischer Aufbau des All-in-One-Demonstrators. Bildquelle: © Socionext
Bild 1. Technischer Aufbau des All-in-One-Demonstrators.

Das Ziel von Socionext [1] war es, eine reale Applikation aus der Sicht eines Halbleiterherstellers aufzubauen, Zusammenhänge zu erkennen und die potenzielle Reduktion von Systemkosten zu identifizieren. Gleichzeitig werden Daten über die Prozessorauslastung in den verschiedenen Use Cases ausgewertet.

Unter dem Projektnamen „All-in-One“, kurz: AiO, verbirgt sich eine komplette Systemumgebung (Bild 1), die nahezu alle Connectivity-Anforderungen von Digital Natives in einem Aufbau vereint. Auch wenn es für einen Kleinwagen ungewöhnlich ist, wurde neben einem Instrument Cluster Display (1024 × 600 Pixel, 24 bit) und einem Touch Display (800 × 480 Pixel, 18 bit), ein Head-up Display (480 × 272 Pixel, 18 bit) integriert. Für besonders rechenintensive Funktionen wie Audio Streaming oder Navigation nutzt die AiO das Smartphone. Ausgestattet mit einer Quadcore-CPU mit 2,3 GHz im Qualcomm Snapdragon 801, stellt das HTC One (M8) mehr als genügend Rechenleistung zur Verfügung. Konzeptionell kann somit die Testumgebung mit einem kostengünstigeren Systemprozessor auskommen.

Struktureller Aufbau des All-in-One-Demonstrators. Bildquelle: © Socionext
Bild 2. Struktureller Aufbau des All-in-One-Demonstrators.

Die Applikationen werden mit dem Standard Mirrorlink 1.1 per USB-Kabel auf das Zentral-Display gespiegelt, das sich zur Bedieneinheit für das „Bring-in Device“ wandelt. Das Fahrzeug wird damit individualisiert und persönliche Daten in einer gewohnten Bedienumgebung zur Verfügung gestellt (Bild 2). Gerade im Zeitalter von Car Sharing und Elektromobilität muss mit persönlichen Informationen sensibel umgegangen werden. In dem Demonstrator nimmt der Benutzer durch das Entfernen seines Smartphone seine persönlichen Einstellungen wieder mit, denn es werden keine Daten gespeichert.

Die Hardware-Architektur

Im Kleinwagensegment ist es vorstellbar, dass ein Kombi-Instrument als primäres Steuergerät für alle Visualisierungen im Fahrzeug agiert. In einem solchen Fall wird das zentrale Display nur noch zur abgesetzten Bedieneinheit ohne Intelligenz. Die AiO greift diesen Ansatz auf und agiert als zentrales Steuergerät.