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Lithium Energy and Power: Kapazitätsverdoppelung bei Lithium-Ionen-Batterien

Die Robert Bosch GmbH hat zusammen mit den japanischen Unternehmen GS Yuasa und Mitsubishi ein Joint Venture gegründet. Die neue Gesellschaft Lithium Energy and Power GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Stuttgart soll die nächste Generation von Lithium-Ionen-Batterien entwickeln.

Bildquelle: © Bosch
Durch eine leistungsfähigere Batterie profitieren Elektroautos von einer höheren Reichweite.

Das Unternehmensziel ist ausgesprochen ehrgeizig: „Mit dem Joint-Venture möchten wir nicht weniger als einen bedeutenden Entwicklungssprung in der Batterietechnologie machen. Unser Ziel ist es, Lithium-Ionen-Batterien bis zu zwei Mal leistungsfähiger zu machen“, sagt Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung und zuständig für Forschung und Entwicklung der Robert Bosch GmbH. Die Verdoppelung der Energiedichte gilt als Basis, damit Elektroautos bis 2020 der Sprung in den Massenmarkt gelingt.

Mit "zwei Mal leistungsfähiger" meint Denner, dass sich die Reichweite eines Elektrofahrzeugs im Vergleich zu heute verdoppelt, ohne dass der Akku dafür größer oder teurer wird. Dafür sollen die Akkus nicht nur chemisch weiterentwickelt werden, sondern auch das Batteriemanagement-System, das die einzelnen Akku-Zellen effizienter steuern soll. Welche Lithium-Ionen-Chemie dabei genau verwendet werden soll, ist derzeit noch nicht beschlossen.

Bosch unterstützt die gemeinsamen Aktivitäten mit seinem gesamten Portfolio an Komponenten der Elektromobilität. Mit den Kompetenzen bei Batteriepacks und Batteriemanagementsystemen ist Bosch spezialisiert auf die Überwachung und Regelung der Zellen und des Gesamtsystems sowie auf die Integration in das Fahrzeug. Zusätzlich steuert das Unternehmen sein Know-how bei Fertigungsprozessen und Qualitätsmanagement für komplexe Großserienerzeugnisse bei.

GS Yuasa [1] bringt seine langjährigen Erfahrungen ein, Lithium-Ionen-Batterie-Zellen mit hoher Energiedichte für eine gesteigerte Reichweite zu fertigen und integriert sein Wissen auf dem Feld der Materialsysteme und Elektrochemie. Als etablierter Hersteller für Automotive- und Nicht-Automotive-Lithium-Ionen-Batteriezellen verfügt GS Yuasa nach eigenen Angaben über eine starke Entwicklungsmannschaft und moderne Fertigungslinien mit hohem Automatisierungsgrad.

Die Mitsubishi Corporation soll ihr weltweites Vertriebsnetzwerk und ihre Erfahrung als global agierender Konzern einbringen. Dazu will Mitsubishi seine Stärken beim Aufbau von globalen Wertschöpfungsketten nutzen, die Rohstoffe, Materialien und Vertrieb umfassen, um das Gemeinschaftsunternehmen voranzubringen.

An dem im November 2013 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen Lithium Energy and Power GmbH & Co. KG ist Bosch ist mit 50 Prozent und GS Yuasa International Ltd. und die Mitsubishi Corporation mit jeweils 25 Prozent beteiligt. Die Geschäftsführung ist entsprechend dieser Aufteilung besetzt. Sie besteht aus Dr. Rolf Speicher von der Robert Bosch GmbH, Toshio Ohara von der GS Yuasa International Ltd. und Yutaka Kashiwagi von der Mitsubishi Corporation. Sie führen zu Beginn weltweit rund 70 Mitarbeiter in Deutschland und Japan.