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Automotive Ethernet Congress 2016: Auf Wachstumskurs

Der Erfolg von Ethernet im Auto beflügelt die Erwartungen: Inzwischen sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 10 GB/s oder der Einsatz im Flugzeug im Gespräch. Entsprechend groß war auch das Interesse am zweiten Automotive Ethernet Congress.

Bildquelle: © WEKA/Canals
Palmen im Winter: Der zweite Automotive Ethernet Congress fand am 3. und 4. Februar im Hilton am Münchner Flughafen in einer eher sommerlich wirkenden Kulisse statt.

Rund 700 Teilnehmer, Referenten und Aussteller aus 20 Ländern – der zweite Automotive Ethernet Congress am 3. und 4. Februar 2016 in München hat sich im Vergleich zum bereits sehr erfolgreichen Debüt im Vorjahr noch einmal deutlich vergrößert. Wie sich eine solch geballte Ethernet-Kompetenz für alle Beteiligten gewinnbringend nutzen lässt, zeigte gleich die ersten Keynote: Kirsten Matheus, BMW, bezog in ihrem Vortrag immer wieder das Publikum durch kurze Umfragen mit ein.

Die wichtigsten Ergebnisse dieser fast schon repräsentativen Standortbestimmung: Die große Mehrheit der Teilnehmer hat die reine Evaluierungsphase zum Einsatz von Ethernet im Auto längst hinter sich gelassen, rund 20 Prozent befürworteten per Handzeichen sogar bereits den Einstieg in die Standardisierung einer 10-GB/s-Variante von Automotive Ethernet. Für eine von Matheus als direkten CAN-Konkurrenten ins Spiel gebrachte 10-MB/s-Variante reckten sich dagegen wesentlich weniger Hände nach oben. Zur Strahlkraft von Ethernet gehört eben gerade die Aussicht auf hohe Datenraten zu niedrigen Preisen.

Doch Automotive Ethernet nur auf eine schnelle Datenautobahn zu reduzieren, greife zu kurz, betonte Matheus: „Mit seiner service-basierten Architektur ist Ethernet das beste Mittel, um die zunehmende Komplexität moderner Fahrzeugnetze in den Griff zu bekommen.“ Denn der Wechsel zu Ethernet bedeutet nicht einfach eine Erhöhung der verfügbaren Bandbreite, sondern bildet zugleich die Grundlage für eine völlige neue Fahrzeugarchitektur.

Aurora Sere-Schneider, Continental, sprach in ihrer Keynote sogar von einer durch Ethernet ausgelösten „Architektur-Revolution“. Die Fahrzeugvernetzung und das Internet der Dinge seien die großen Treiber für diese Entwicklung bis hin zu zukünftigen disruptiven cloud-basierten Architekturen, wie sie in der IT-Welt längst üblich sind. Sere-Schneider wies aber auch auf einen gravierenden Unterschied zwischen IT- und Automotive-Anwendungen hin: Letztere müssen oft strengen ASIL-Ansprüchen genügen – eine einfache 1:1-Übertragung bereits existierender Lösungen scheidet damit aus.