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EU-Gemeinschaftsprojekt »Evader«: Fußgängerwarnsystem für Elektrofahrzeuge

Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts »Evader« (Electric Vehicle Alert for Detection and Emergency Response)arbeitet Nissan zusammen mit zehn Konsortium-Mitgliedern an einem modernen Fußgängerwarnsystem.

Im Projekt Evader wird an einem Warnsystem für Elektroautos gearbeitet, das Fußgänger oder Radfahrer akkustisch vor dem geräuscharmen, herankommenden Fahrzeug warnt. Bildquelle: © Nissan
Im Projekt Evader wird an einem Warnsystem für Elektroautos gearbeitet, das Fußgänger oder Radfahrer akkustisch vor dem geräuscharmen, herankommenden Fahrzeug warnt.

Elektrofahrzeuge sind zur Freude von Anwohnern vielbefahrener Straßen nahezu lautlos unterwegs. Genau das kann aber zur Gefahr für Fußgänger und Radfahrer werden, wenn diese nämlich einfach die Straße in der Annahme überqueren, es kommt kein Auto, weil sie kein Motorengeräusch hören.

Um Fußgänger nun rechtzeitig zu warnen, wurde im Rahmen des Projekts Evader ein System entwickelt, das einerseits auf das jeweilige Elektrofahrzeug aufmerksam machen, sich andererseits aber so wenig wie möglich auf das allgemeine Geräuschniveau auswirken soll.

Das testweise in einem Nissan [1]Leaf eingesetzte System nutzt dafür eine Frontkamera in der Windschutzscheibe. Erfasst sie Fußgänger, Fahrradfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer, ertönt aus sechs Lautsprechern zielgerichtet ein akustisches Signal. So werden die Passanten klar und deutlich gewarnt, wie erste Feldversuche mit sehbeeinträchtigten und blinden Personen in Barcelona gezeigt haben. Gleichzeitig ist der Ton aber fünf Dezibel leiser als die Motorengeräusche eines konventionell angetriebenen Fahrzeugs.

Die Forschungsergebnisse dienen als Referenzmaterial für künftige Studien und könnten auch in die Gesetzgebung einfließen und so zum Standard in allen Elektroautos werden. Zu den Konsortium-Mitgliedern zählen Forschungseinrichtungen, Automobilhersteller und der europäische Blindenverein.