ZVEI verdoppelt Wachstumsprognose auf fünf Prozent

Die Unternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie werden das laufende Jahr voraussichtlich mit einem Wachstum von fünf Prozent abschließen.

Mit seiner Einschätzung verdoppelt der ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) seine Prognose vom Frühjahr. Dabei stützt sich der Verband auf Indikatoren wie die schnell wachsenden Auftragseingänge aus dem In- und Ausland sowie einer moderaten Erholung im Inland.

Insgesamt erwartet der Verband für die zweitgrößte Industriebranche Deutschlands einen Umsatz von 173 Mrd. Euro. In den ersten vier Monaten 2006 haben die Umsätze der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie um gut sechs Prozent auf 55,7 Mrd. Euro zugelegt. 2005 waren es im gleichen Zeitraum 52,3 Mrd. Euro, aus denen bis zum Jahresschluss 165,4 Mrd. Euro wurden.

Bedingt durch die Vorjahreswerte wird diese Dynamik jedoch nachlassen, da das zweite Halbjahr 2005 deutlich stärker als das erste Halbjahr 2005 war, auf das sich die aktuellen Wachstumszahlen beziehen. Allerdings läuft die Branche nach wie vor auf Hochtouren: Allein im Mai lag der Auftragseingang um 16 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für die ersten fünf Monate resultiert daraus ein  Zuwachs bei den Bestellungen von fast zwölf Prozent.

Mit Plus 8,6 Prozent bei den direkt mit ausländischen Kunden fakturierten Umsätzen waren die Unternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Auslandsgeschäft deutlich erfolgreicher als im Inland. Die Exporte legten bisher um fast elf Prozent auf 47 Mrd. Euro zu und erreichten damit eine neue Rekordmarke. Erstmals seit 2000 rechnet der ZVEI aber auch wieder mit einem leicht wachsenden Inlandsmarkt und zugleich kräftig wachsenden Importen. Mit einem Plus von über 20 Prozent auf mehr als 40 Mrd. Euro haben die Elektroeinfuhren in den ersten vier Monaten ein neues Rekordniveau erreicht.
Insgesamt werde das Wachstum 2006 aber erneut stark vom Ausland getragen, mit etwa plus sechs Prozent. Exporte von rund 150 Mrd. Euro werden in diesem Jahr Importen von rund 130 Mrd. Euro gegenüber stehen, bei einem inländischen Produktionswert von ebenfalls rund 130 Mrd. Euro.