ZVEI begrüßt die EuP-Verordnung Elektromotoren

Die neue EuP-Verordnung sieht vor, dass in Europa Drehstrom-Normmotoren der Größen 0,75 bis 375 KW nur noch in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie der Energieeffizienzklasse IE2 entsprechen.

Solche Normmotoren treiben u.a. Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren, Aufzüge, Rolltreppen und Transportbänder an. Wenn alle Antriebssysteme in Deutschland mit Energiesparmotoren der neuen Generation ausgerüstet wären, würde das zu einer Energieeinsparung von rund 14 TWh führen.

Antriebssysteme mit elektronischer Drehzahlregelung werden von der neuen Verordnung ab Januar 2015 adressiert. Ab diesem Datum verkaufte IE2 Motoren dürfen nur noch mit elektronischer Drehzahlregelung eingesetzt werden. Alternativ ist dann der Einsatz von Motoren möglich, die mindestens der Effizienzklasse IE3 entsprechen. Sie stehen heute noch nicht in der Breite zur Verfügung. Technisch und wirtschaftlich wäre es nach ZVEI-Untersuchungen sinnvoll, mindestens jeden zweiten Motor mit elektronischer Drehzahlregelung auszustatten. Das würde zu einer weiteren Energieeinsparung von 24 TWh führen.

»Die deutschen und europäischen Motoren- und Antriebshersteller begrüßen diese Entscheidung. Sie gibt sowohl den Herstellern als auch den Anwendern Planungssicherheit«, sagt Günter Baumüller, Vorsitzender des Fachbereichs Elektrische Antriebe im ZVEI. Weltweit sei die neue Verordnung wegweisend, weil sie erstmals auch intelligente Antriebssysteme einschließe, also Elektromotoren mit elektronischer Drehzahlregelung.

Würden alle in Deutschland installierten Antriebe mit Energiesparmotoren und dort, wo es sinnvoll wäre, mit elektronischen Antriebsregelungen ausgerüstet, ergäbe sich eine Stromeinsparung von 38 TWh pro Jahr, wie der ZVEI vorrechnet. 38 TWh entsprechen rund zehn Prozent der Stromerzeugung von 16 Kraftwerksblöcken der 400-MW-Klasse. Die jährliche Stromrechnung würde bei zehn Cent je KWh um 3,8 Milliarden Euro verringert.

Die Belastung der Umwelt würde – den aktuellem Kraftwerksmix vorausgesetzt – um jährlich 23 Millionen Tonnen CO2 vermindert. Auf Europa hochgerechnet schätzt die Europäische Kommission das Einsparpotenzial auf 135 TWh. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, hat die Kommission im Rahmen der EUP-Richtlinie die Verordnung über energieeffiziente Drehstrom-Normmotoren und elektrische Antriebe erlassen.

Allein in Deutschland laufen heute etwa 35 Millionen alte Drehstrommotoren. Auch wenn sich die Anschaffungskosten je nach Anwendung in weniger als einem bis zu einigen Jahren durch die eingesparten Stromkosten rechnen, liegt die derzeitige Modernisierungs- bzw. Austauschrate bei drei bis vier Prozent pro Jahr. Es würden also über 20 Jahre vergehen, bis der Altbestand durch energiesparende neue Techniken ersetzt worden ist. Bereits heute werden Energiesparberatungen für KMU über die KfW gefördert. »Die umweltpolitisch gewollte Beschleunigung der Modernisierung des riesigen Altbestandes erfordert aber eine stärkere politische Flankierung«, so Baumüller