Vorlesungsscript in der 4. Auflage

Als Vorlesungsscript vorgestellt, zeigt »Signale und Systeme« in systematischer Weise, wie kontinuierliche und zeitdiskrete Signale mathematisch beschrieben werden. Nun mehr in der 4. Auflage dürften einige Fehler ausgebessert worden sein.

Mit der ersten Auflage ihres Buchs »Signale und Systeme« hatten die Autoren 1997 ein klassisches Vorlesungsscript vorgestellt. Dieses bietet den Vorteil, dass es dem Studenten die lästige Mitschrift erspart, hat aber durchaus den Nachteil, dass es in den Kontext eines Studiengangs eingebettet ist und damit nicht ohne bestimmte Voraussetzungen sinnvoll genutzt werden kann. In der ersten Auflage wurden diese genannt: grundlegende Kenntnisse der Elektrotechnik, gute Kenntnisse in der höheren Mathematik und in der Wahrscheinlichkeitsrechnung sowie Grundkenntnisse in der Fourier- und Laplace-Transformation.

»Signale und Systeme« zeigt dem Leser in systematischer Weise, wie kontinuierliche und zeitdiskrete Signale mathematisch beschrieben werden und wie diese den verschiedenen Transformationen unterzogen werden. Das Buch mit seiner Fülle von Formeln und mathematischen Ableitungen ist daher wohl nur für die Vorlesungsteilnehmer selbst sinnvoll zu nutzen. Diese erhalten einen sauberen Quellentext, der mit der vierten Auflage mittlerweile auch weitgehend fehlerfrei sein dürfte.

Es stellt sich jedoch die Frage, ob solche Grundlagentexte nicht ein breiteres Publikum ansprechen und auch einen höheren Nutzen stiften könnten, wenn sie im Format eines »elektronischen Buches« für eines der gängigen mathematisch orientierten Anwenderprogramm aufbereitet würden. Dies würde die Leser in die Lage versetzen, anhand praktischer Beispiele nicht nur die mathematische Beschreibung von Signalen, Filtern und Systemen zu erlernen, sondern durch die rechnerische Behandlung der Formeln am Computer selbst mehr über ihre Eigenschaften zu erfahren.

Signale und Systeme; Kiencke, U.; Jäkel, H.
Oldenbourg Verlag München; 4. Auflage; 29,80 Euro
ISBN-13: 978-3-486-58734-0