Vision-Sensoren: Kleine Helferlein mit großer Zukunft

Vision-Sensoren bringen nicht nur den Markt für industrielle Bildverarbeitungstechnik zum Tanzen, sondern auch den für schaltende Sensorik. Komplett verdrängen werden sie aber keine der beiden Sparten.

In der gesamten Investitionsgüterindustrie gibt es momentan kaum Produktkategorien, die ein höheres Wachstum zeigen als Vision-Sensoren: Um 157 Prozent stieg 2006 laut VDMA der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsbranche mit ihnen. Obwohl sie in der Bildverarbeitungsstatistik auftauchen, sind sie Zwitterwesen - sie nutzen zwar die Mittel der Bildverarbeitung, ihre Arbeitsweise entspricht aber der von Sensoren. Im Gegensatz zu intelligenten Kameras und PC-Bildverarbeitungssystemen sind sie nämlich für eng umgrenzte Anwendungsfelder ausgelegt und nicht programmierbar.
»Vision-Sensoren schließen erstmals die Lücke zwischen herkömmlichen Sensoren und High-End-Bildverarbeitungssystemen auf ökonomische Weise«, erläutert Franz Schwarz, Leiter Produktmanagement Vision-Sensoren bei SensoPart Industriesensorik. Mehr noch: »Sie beschränken sich nicht auf das Feld der traditionellen Bildverarbeitungslösungen, sondern schaffen ein gewaltiges eigenes Marktsegment, indem sie Aufgaben bewältigen, für die bis dato keine wirtschaftliche Lösung existiert hat.« Naheliegend ist es beispielsweise, Aufgaben, für die bislang mehrere schaltende Sensoren erforderlich waren, mit Vision-Sensoren zu bearbeiten: »Ein Vision-Sensor kann je nach Situation viele Einzelsensoren ersetzen«, betont Peter Keppler, Vertriebsleiter Systemlösungen bei Stemmer Imaging.
Auf den Markt für klassische Sensoren wirken sich Vision-Sensoren also mindestens genauso stark aus wie auf den für industrielle Bildverarbeitungstechnik. »Natürlich werden Vision-Sensoren an der unteren Leistungsgrenze der Bildverarbeitungs-Systeme etwas in deren Bereiche eindringen«, erläutert Schwarz. »Aufwändige Einzellösungen werden aber auch weiterhin PC-gestützten Systemen vorbehalten bleiben. Letztlich werden sich die Leistungsgrenzen beider Systemklassen nach oben verschieben, so dass die klassische Bildverarbeitungstechnik noch lange Zeit ihr Betätigungsfeld finden wird.«
Mehr über die Bedeutung von Vision-Sensoren und über andere Bildverarbeitungs-Themen lesen Sie in Ausgabe 49/2007 der Markt&Technik.