VDMA: Kreditaufnahme im Maschinen- und Anlagenbau erschwert

Fast ein Viertel der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sehen derzeit die Kreditvergabe erschwert - im Vorjahr waren es nur 10 Prozent. Dies ergab eine Mitgliederumfrage des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) mit Unterstützung durch die Förderbank KfW.

»Die Verschlechterung trifft vor allem kleinere und sehr große Unternehmen und äußert sich in wachsenden Anforderungen an die Dokumentation, verlängerten Bearbeitungszeiten, höheren Sicherheitenforderungen und steigenden Zinsen«, erläuterte VDMA-Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse. »Dabei hat sich das Klima im Verhältnis zwischen Unternehmen und Kreditinstituten nicht wesentlich verschlechtert. Auch der Anteil von Unternehmen, die für sich überhaupt keine Chancen auf einen Kredit sehen, liegt mit knapp über 7 Prozent nicht wesentlich höher als im Vorjahr.«

Durch die Umfrageergebnisse sieht der VDMA seine Aussagen bestätigt, dass das Verhältnis zu den Kreditinstituten grundsätzlich intakt ist und diese im Großen und Ganzen zu ihren Zusagen stehen. Dennoch würden offenbar auch sinnvolle Finanzierungsvorhaben immer häufiger durch intensive Prüfungen der Banken verzögert und erschwert.

An der zu Beginn des Jahres durchgeführten Umfrage beteiligten sich 158 Unternehmen - deutlich weniger als in den Vorjahren, was auf den geänderten Abfragemodus zurückgehen dürfte. Gegenüber 2008 war die Beteiligung umsatzstarker Unternehmen höher, so dass die Vergleichbarkeit der weiteren Ergebnisse leicht eingeschränkt ist. Fast unverändert sind die Anteile der drei Bankengruppen am Geschäft mit dem Maschinen- und Anlagenbau: Über 80 Prozent der Unternehmen nutzen eine private Bank als Hauptbank, etwa 56 Prozent eine Sparkasse oder Landesbank und knapp über 20 Prozent eine Bank aus dem genossenschaftlichen Sektor.

Nach Einschätzung der Unternehmen ist die Kreditaufnahme in den 12 Monaten vor der Umfrage insgesamt schwieriger geworden: 73 Prozent haben laut der Umfrage keine Veränderung festgestellt, aber 24,8 Prozent (mehr als doppelt so viele als im Vorjahr) eine Verschlechterung und nur 2,1 Prozent (Vorjahr: 22,1 Prozent) eine Verbesserung. Am stärksten betroffen von der negativen Tendenz sehen sich kleinere Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 10 Mio. Euro. Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 10 und 250 Mio. Euro reden nur zu einem Sechstel von einer Verschlechterung, die größeren Unternehmen dagegen zu nahezu 25 Prozent.

Eine Verschlechterung der Kredittendenz bedeutet laut VDMA in der Regel nicht die völlige Verweigerung, sondern eine Erschwerung und Verzögerung der Kreditgewährung. Zwar ist der Anteil der Unternehmen, die nach eigener Aussage Probleme haben, überhaupt einen Kredit zu bekommen, gegenüber dem Vorjahr von 5,4 auf 7,6 Prozent angestiegen. Für den Maschinen- und Anlagenbau lässt sich daraus dem VDMA zufolge aber keineswegs auf eine generelle Kreditklemme schließen. Unternehmen, die die Kredittendenz verschlechtert sehen, verweisen eher auf die verlängerte Bearbeitungsdauer, die höheren Anforderungen an die Projektdokumentation und die Offenlegung von Unternehmenszahlen, die zunehmenden Forderungen nach Sicherheiten und die höheren Zinsen.

In dieses Bild passt nach VDMA-Angaben auch, dass sich 2008 die Rating-Note vieler Unternehmen verbessert hat: Während 44,4 Prozent keine Veränderung sahen, geben 39,3 Prozent eine Verbesserung der Rating-Note und nur 8,1 Prozent eine Verschlechterung an. Grundlage dafür war laut VDMA neben der guten Ertragsentwicklung auch Höhe und Entwicklung der Eigenkapitalquoten. Selbst bei den Unternehmen, die eine Verminderung der Eigenkapitalquote angaben, lag die durchschnittliche Quote noch bei über 30 Prozent.

Von den etwa 40 Prozent aller Unternehmen, die zur Finanzierung einer Investition 2008 einen Kredit beantragt hatten, bekamen ungefähr 90 Prozent diesen auch bewilligt. Nur eines der Unternehmen, deren Kreditantrag abgelehnt wurde, musste auf die geplante Investition völlig verzichten.