VDMA gegen Produktpiraterie

Der Schutz von innovativen Produkten und Lösungen vor Plagiaten hat in der Automatisierungstechnik einen hohen Stellenwert. Daher engagiert sich der VDMA auf der SPS/IPC/Drives 2007 gegen Produktpiraterie.

Mit der Kampagne »Pro Original« will der Verband den Endkunden und Verbraucher unmittelbar ansprechen. Im Mittelpunkt der VDMA-Präsentationen auf der Messe steht die Frage, wie »Technologien gegen Produktpiraterie« eingesetzt werden können. Die Redaktion der SPS/IPC/Drives-Tageszeitung sprach mit Peter Früauf vom Fachverband Elektrische Automation beim VDMA.

Herr Früauf, der VDMA unterstützt auf der SPS/IPC/Drives 2007 das Engagement seiner Mitgliedsfirmen gegen die Produktpiraterie. Welcher Schaden entsteht den VDMA-Mitgliedsfirmen jährlich durch die Produktpiraten?
Früauf: In einer VDMA-Umfrage vom März 2007 zeigte sich, dass die Produktpiraterie eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Dimension erreicht hat. 18 % der betroffenen Unternehmen meldeten Umsatzrückgänge von 10 % und mehr, 4 % sogar Umsatzrückgänge von über 20 % und 27 % der betroffenen Unternehmen berichteten von Umsatzrückgängen von mehr als 5 %. In Zahlen ausgedrückt: Wir schätzen den Schaden, der den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern 2006 entstanden ist, auf über 5 Milliarden Euro.

Wie kann sich denn nach Ansicht des VDMA ein mittelständisches Unternehmen am Besten gegen Produktpiraten schützen?
Wir haben uns im VDMA gefragt, wie wir als Verband zusammen mit unseren Mitgliedsunternehmen gegen die Tätigkeit von Kopierern und Produktfälschern vorgehen können. Zum einen setzen immer mehr Mitgliedsunternehmen auf präventive Maßnahmen gegen Produkt- und Markenpiraterie.

Der technologische Kopierschutz gewinnt an Bedeutung. Dabei spielt zum Beispiel auch das Thema RFID eine Rolle. Zum anderen ist es sinnvoll, bei den Käufern anzusetzen und dort ein Bewusstsein für den Wert von Originaltechnologie zu schaffen. Dies wollen wir mit unserer Kampagne »Pro Original« erreichen.

Die zentrale Botschaft der VDMA-Kampagne »Pro Original« lautet: »Originaltechnologie macht sich bezahlt.« Können Sie ein plakatives Beispiel dafür geben, wie man mit eigener Technik den Produktpiraten keine Chance gibt?
In der Automatisierungstechnik spielt ja gerade die Software, vielfach auch auf Chips in der Maschine abgelegt, eine wesentliche Rolle. Über diese Software gibt es heute schon verschiedene Möglichkeiten, den Nachbau zu beschränken oder sogar zu verhindern. Gleiches gilt für Chips, die mit verschiedenen Sicherheitsfunktionen ausgestattet werden können.

Bei den Bauteilen, Maschinen und Anlagen sieht die Sache etwas anders aus. Hier müssen Technologien genutzt werden, die mit bloßem Auge nicht, sondern nur mit Hilfsmitteln (Lesegeräten oder ähnliches) erkennbar sind. Auch Beschichtungen von Oberflächen oder spezielle Fasern in Textilien sind weitere Beispiele.

Der VDMA ist ja federführend beim BMBF-Verbundprojekt »Produktpiraterie«. Was wird das Projektergebnis sein und welchen finanziellen Umfang hat das Projekt?
Ziel des Vorhabens ist eine Innovationsplattform zur Förderung von Prävention gegen Produktpiraterie in der Investitionsgüterindustrie. Die Innovationsplattform besteht aus einem Netzwerk von Partnern, die über Methoden und Wissen im Bereich des präventiven Plagiatschutzes verfügen, aus Kommunikations- und Kooperationsmechanismen sowie einer Internet-basierten Informationsplattform. Diese Plattform hat folgende Hauptfunktionen:

  • Informieren über die vielfältigen Möglichkeiten der Prävention,
  • Abstimmen der Forschungsvorhaben im Rahmen der Bekanntmachung »Innovationen gegen Produktpiraterie« und
  • aktive Förderung von Kommunikation und Kooperation, so dass sich Netzwerke im Kampf gegen Produktpiraterie bilden können.

Das Projekt soll bis Ende 2007 erste Ergebnisse erzielen und den Anstoß für Folgeprojekte geben.