Unternehmerische Verantwortung gegenüber Mitarbeitern als Maxime

Durch nachhaltige Investition in neue Produkte und Service ist es SVS-Vistek als einer der wenigen Bildverarbeitungsunternehmen gelungen, ohne große Umsatzeinbrüche durch die Krise zu kommen.

SVS-Vistek gehört zu den wenigen Bildverarbeitungs-Firmen, die bisher ohne größere Umsatzeinbrüche durch die Krise gekommen sind. Der in Seefeld ansässige Industriekamera-Hersteller mit seinen 25 Mitarbeitern ist rechtzeitig in Märkte wie Verkehrs- und Medizintechnik eingestiegen. Walter Denk, Geschäftsführer, und Andreas Schaarschmidt, Direktor Vertrieb & Marketing des Unternehmens, informieren über dessen Geschäftsmodell und Strategie.

SVS-Vistek hat vor kurzem in einen Reinraum der Luftreinheitsklasse 4 investiert. Was sind die Beweggründe dafür?

Andreas Schaarschmidt: Hochauflösende Bildsensoren digitaler Industriekameras haben immer kleinere Bildpunkte und sind daher extrem empfindlich gegenüber Verschmutzung durch Fremdpartikel. Unsere Fertigungs-Prozesse, die nun auch im Reinraum durchgeführt werden können, sichern eine gleichbleibend hohe, Partikel-freie Qualität. Dank der Reinraumtechnik stellen wir unseren Kunden eine saubere Kombination aus SVSVistek- Kamera und Optik bereit, die zur Applikation des Kunden passt. Dies ist ein weiteres Service-Merkmal des Unternehmens. Das Objektiv bieten wir dabei nach eingehender Beratung aus unserem Komponentenvertriebs- Sortiment an.

Ist SVS-Vistek als Hersteller und Distributor zugleich tätig?

Walter Denk: Ja, und noch mehr. Das Unternehmen hat langjährige Erfahrung als Distributor von Bildverarbeitungskomponenten. Als Hersteller von Kameras können wir dieses Geschäftsfeld sogar noch stärken, weil die verfügbaren Komponenten oft mit der Aufgabe des Kunden in Zusammenhang gebracht werden können. Somit bieten wir dem Kunden deutlich mehr als nur eine Kamera aus unserem Hause, nämlich einen abgestimmten Komponentenmix aus einer Quelle. Die Kunden integrieren das Ganze dann in ihre Maschine oder Anlage.

In vielen Fällen modifizieren wir auch unsere Standardkameras, damit sie den Anforderungen spezieller Applikationen noch besser gerecht werden. Wir haben gute Partnerschaften mit vielen bedeutenden Herstellern von Objektiven oder Beleuchtungen. Seit vielen Jahren vertreiben wir die Software-Bibliotheken und Framegrabber des Herstellers Euresys. Es ist somit auch möglich, alles zusammen als Lösungspaket zu erwerben, einschließlich entsprechender Dienstleistungen.

Die klassische harte Aufteilung zwischen Hersteller, Distributor und Systemintegrator sollte man in unserer Branche mit vielen Graustufen sehen. Die Übergänge sind fließend, was wir mit unseren Kunden aber auch völlig offen besprechen. Das Geschäfts-Setup ist für den Erfolg mit dem Kunden entscheidend.

Welche Fertigungsschritte führt SVS-Vistek selbst aus?

Denk: Neben der Entwicklung findet die Endmontage und Endprüfung der Kameras hier im Haus statt. An externe Dienstleister vergeben haben wir die Leiterplattenfertigung und -bestückung. Wir können aber guten Gewissens von Kameras »Made in Germany« oder sogar »Made in Bavaria« reden, weil alle Dienstleister im Abstand von 25 km Luftlinie um unsere Firmenzentrale angesiedelt sind. In Deutschland zu fertigen, hat sich für uns als sehr effektiv erwiesen. Auch hierzulande lassen sich preiswerte Fertigungs-Dienstleistungen einkaufen – im ursprünglichen Sinne von »ihren Preis wert«.

Ich sehe unter Gewinngesichtspunkten in Deutschland keine Standortprobleme. Eine produzierende Maschine, etwa ein Bestückungsautomat, kostet in Osteuropa oder China pro Laufzeit-Einheit annähernd genauso viel wie in Deutschland. Aspekte wie Geschäftsreisen, Nachbesserungen, Rückrufe, Trainings oder Probleme durch unterschiedliche Kommunikationskulturen machen sich ja auch finanziell bemerkbar. Zudem kosten Bauelemente in Asien nicht weniger als hierzulande.

Kostengünstiger sind Standorte in Osteuropa oder Asien nur, wenn es um besonders hohe Stückzahlen geht, also sozusagen um Massenware, oder um viel Handarbeit. Erfreulicherweise findet in der Wirtschaft ein Umdenkprozess statt: Viele Kunden, die Produkte aus bestimmten Ländern einsetzen, hatten und haben mit Support-Problemen zu kämpfen. Wenn es um technische Investitionsgüter geht, bevorzugen sie daher Unternehmen wie SVS-Vistek, bei denen sie den gewünschten Support bekommen und sich direkt an kompetente Ansprechpartner wenden können.