Texas Instruments: kapazitive, digitale Isolatoren

Mit auf dem Chip integrierten Kondensatoren erzielen die neuen digitalen Isolatoren von TI eine um den Faktor 1 Million höhere Immunität gegenüber magnetischen Feldern als induktive Typen und erreichen mit 150 MBit/s eine um ein Drittel höhere Datenübertragungsrate.

»Die neuen Isolatoren können mit ihrer niedrigen Leistungsaufnahme nicht nur Optokoppler und induktive Isolatoren ersetzen, sondern sich ganz neue Anwendungen erschließen«, sagt François Malléus, Business Development Manager High Performance Analog Europe von Texas Instruments. Deshalb sind die beiden jetzt vorgestellten Koppler ISO721/ISO721M nur die ersten Typen einer Familie, zu denen sich noch in diesem Jahr zweikanalige und 2007 drei- und vierkanalige Varianten gesellen werden.

Dass Ronn Kliger, Product Line Manager der iCoupler Components Group von Analog Devices, mit der Aussage seines Kollegen von TI nicht ganz einverstanden ist, überrascht nicht. Analog Devices liefert seit 2001 die digitalen Isolatoren ihrer iCoupler-Familie in hohen Stückzahlen, die auf der induktiven Trennung basieren. »Die hohe Immunität, die die kapazitiven Isolatoren erreichen, wird in der Praxis nicht benötigt«, so Kliger. Das gleiche gelte für die hohe Übertragungsgeschwindigkeit von 150 MBit/s: »Keiner unserer Kunden hat je danach verlangt.«

Doch Malléus ist überzeugt davon, die potenziellen Kunden mit der in industriellen Umgebungen wichtigen Immunität gegenüber Störfeldern und der hohen Datenrate überzeugen zu können. Industrielle Anwendungen in Feldbussystemen, das ist der wichtigste Markt für die digitalen Isolatoren: 2005 wanderten rund 220 Mio. Stück in Feldbussysteme, 2009 sollen es schon weit über 250 Mio. Stück sein. »Und die geforderte Datenrate steigt«, so Malléus. Kliger setzt dagegen, dass es den Kunden vor allem auf den Preis pro Kanal ankäme. Mit den eigenen mehrkanaligen Isolatoren sieht er deshalb die Ankündung von ADI sehr gelassen.