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Studie zur Digitalisierung in verschiedenen Branchen: Maschinen- und Anlagenbau hinkt hinterher

Die Digitalisierung der Geschäftsmodelle von und der Abläufe in Unternehmen ist je nach Branche sehr unterschiedlich weit fortgeschritten. Nachholbedarf hat vor allem der Maschinen- und Anlagenbau.

Die Informations- und Telekommunikationsindustrie ist bei der Digitalisierung am weitesten fortgeschritten, während der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Logistik noch hinterherhinken. Bildquelle: © d.velop
Die Informations- und Telekommunikationsindustrie ist bei der Digitalisierung am weitesten fortgeschritten, während der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Logistik noch hinterherhinken.

Nach einer vom digital intelligence institute (dii) im Auftrag des Software-Hauses d.velop durchgeführten Studie zum Digitalisierungsgrad in deutschen Unternehmen gibt es erhebliche Unterschiede von Branche zu Branche. Die Maschinen- und Anlagenbau-Firmen erreichen nur den vorletzten Platz im Ranking der zehn untersuchten Wirtschaftssektoren. Zu ihren größten Schwächen gehören Strategiedefizite, außerdem erweisen sich Papierdokumente als Störenfried der digitalen Prozesse.

Während im Branchenvergleich die Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnik vor den Banken und Versicherungen Spitzenreiter beim Digitalisierungsgrad sind, belegt der Maschinen- und Anlagenbau nur den vorletzten Platz; Schlusslicht ist die Logistikbranche. Zu den Kernproblemen des Maschinen- und Anlagenbaus gehört laut der Studie, dass die Entwicklungskräfte zur verstärkten Digitalisierung dort nur sehr unterdurchschnittlich wachsen. »Der Blick für die disruptiven Möglichkeiten zur Ausrichtung der Geschäfte ist in der mittelständisch geprägten Branche noch nicht sehr ausgeprägt, wie die Ergebnisse zum Digitalisierungsgrad im Maschinen- und Anlagenbau zeigen«, urteilt d.velop-Vorstand Mario Dönnebrink.

So zeigt sich gegenwärtig in keinem anderen der untersuchten Marktsegmente eine derart geringe Bereitschaft, sich neuen und digital geprägten Geschäftsmodellen zu widmen. Erst jedes achte der 165 befragten Maschinen- und Anlagenhersteller hat dieses Thema der Studie zufolge oben auf der Agenda stehen, während etwa ein Drittel eine abwartende Position einnimmt und 37 Prozent sich noch gar nicht damit beschäftigt haben. Ähnlich verhält es sich bei den Investitionsabsichten, die trotz der laut d.velop zwangsläufigen Industrie-4.0-Anforderungen nur in Ausnahmefällen ambitioniert ausgerichtet sind. Aber auch die Verantwortlichkeiten für die Digitalisierungsstrategien sind in fast jedem zweiten Fall noch ungeklärt.

Einen deutlichen Hinweis darauf, dass das digitale Selbstverständnis im Maschinen- und Anlagenbau zu wünschen übrig lässt, gibt auch der aktuelle Digitalisierungsgrad der Geschäfts- und Produktionsprozesse. Dazu gehört, dass noch in relativ hohem Maße mit Papierdokumenten gearbeitet wird und ein Großteil der wichtigen Abläufe von Medienbrüchen geprägt ist. So wird beispielsweise in jedem dritten Unternehmen in der Hälfte der Prozesse noch überwiegend mit Informationen im Papierformat gearbeitet.