Solarworld kauft die kristalline Solartechnik von Shell

Im Zuge eines »Lucky Deals«, wie Solarworld-Chef Frank Asbeck es nennt, hat die Solarworld letzte Woche die kristalline Solartechnik von Shell Solar übernommen.

Die Akquisition umfasst Standorte in Vancouver/Washington State und Camarillo/Kalifornien, an denen die Herstellung von Solarsiliziumkristallen-, wafern, -zellen und –modulen angesiedelt ist. Hinzu kommen noch Gelsenkirchen mit der Solarzellenfertigung, Vertriebsgesellschaften in München, Singapur und Südafrika sowie die auf kristalline Siliziumtechnologie spezialisierte Forschungs- und Entwicklungsabteilung in München. Durch die Akquisition übernimmt Solarworld Produktionskapazitäten von rund 80 MW. Damit steigt das Unternehmen zum größten Produzenten von Solarstromtechnologie in den USA auf. Weltweit rangiert Solarworld nach Darstellung von Asbeck hinter Sharp und BP Solar nun auf Platz drei.

Shell will sich nach eigener Darstellung in Zukunft bei Solarenergie auf die Dünnschichttechnologie konzentrieren und dabei verstärkt mit dem französischen Glasgiganten Saint Gobain zusammenarbeiten. Geplant ist in diesem Zusammenhang der Bau einer 20-MW-Fabrik. Wie Asbeck betont, beinhaltet der Deal mit Shell Solar aber auch die Option, die Dünnschichtzellen-Aktivitäten von Shell zu übernehmen. Zwar wurde Stillschweigen über den finanziellen Rahmen der Akquisition vereinbart, nach Brancheneinschätzungen kauft Solarworld jedoch ein Umsatzvolumen von rund 120 Mio. Euro von Shell. Der Umsatz von Solarworld lag im letzten Geschäftsjahr bei mehr als 300 Mio. Euro.

Aufgrund der immer noch angespannten Rohstoffsituation im Solarsiliziumbereich erwartet Asbeck, dass die Auslastung an den neuen Standorten vorerst nur bei 50 Prozent liegen wird. Trotzdem werden alle 575 von der Übernahme betroffenen Shell-Solar-Mitarbeiter weiterbeschäftigt. Solarworld hat für alle Personen eine Beschäftigungsgarantie von einem Jahr abgegeben. Ab 2007/08 sollen vor dem Hintergrund der sich dann entspannenden Rohstofflage die neuen Kapazitäten voll ausgelastet werden können.