Raumfahrt-Robotik Roboterteam für die Wassersuche in Mondkratern

Wissenschaftler des DFKI in Bremen haben die Entwicklung eines intelligenten Roboterteams fertiggestellt: Der vierrädrige Mondrover 'Sherpa' und der sechsbeinige Kletterroboter 'Crex' sind konzipiert für die Suche nach gefrorenem Wasser auf dem schwer zugänglichen Südpol des Mondes.

Das Roboterduo 'Sherpa' und 'Crex' sind das Resultat der Forschergruppe um Prof. Dr. Frank Kirchner. Über dreieinhalb Jahre widmete sich diese  im Projekt 'Rimres' (Rekonfigurierbares Inegriertes Mehr-Roboter-Explorations-System) der Entwicklung dieses "in seiner Mobilität einzigarten Systems", wie es in einer Presseverlautbarung des DFKI heißt. "Der Mondrover 'Sherpa' soll den Kletterroboter 'Crex' über kilometerlange Strecken zum Kraterrad tragen. Dort dockt sich der ameisenähnliche 'Crex' für die Untersuchung der Felsspalten ab. Die Tests in der 288 Quadratmeter großen Weltraum-Explorationshalle des DFKI Robotics Innovation Centers hat das Roboterteam nun erfolgreich gemeistert. Oberstes Projektziel war gewesen, in einer Übungsmission zu zeigen, dass heterogene Roboter gemeinsam komplexe Aufgaben autonom oder teilautonom bewältigen können.

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Mondrover 'Sherpa' und Kletterroboter 'Crex'

Die Forscher des DFKI haben das intelligente Roboterteam 'Sherpa' und 'Crex' entwickelt, das am Südpol des Mondes in Kratern nach gefrorenem Wasser suchen soll.

Die Teamarbeit von 'Sherpa' und 'Crex' wird durch eine intelligente elektromechanische Schnittstellte ermöglicht. Über diese teilen die Roboter Energie und Informationen. "'Sherpa' und 'Crex' können wie ein einziges System agieren, arbeiten aber im getrennten Zustand völlig unabhängig voneinander", erklärt Projektleiter Florian Cordes. Den robusten Rover bezeichnen die Forscher als "Multitalent": Dank eines Navigationsmoduls soll er im Stande sein, sich im Gelände zurecht zu finden und weite Strecken energieeffizient zu fahren. Er kann einzelne Räder anheben, um Hindernisse zu überwinden. Mit seinem zwei Meter langen Greifarm stützt er sich ab, falls er in sandigem Boden stecken bleibt. Auch Nutzlasen wie Akkus und wissenschaftliche Messgeräte kann der Greifarm abladen. Durch integrierte Kameras lässt sich die Mission von der Erde aus beobachten.

"Mit der Einführung von sich selbständig rekonfigurierbaren Systemen beschreitet die Raumfahrtrobotik neue Wege. Diese führen zu größeren Missionszielen, langfristigen Operationen und kostengünstigeren Einsätzen", resümiert Prof. Kirchner die Bedeutung des Projektes. Auch irdischen Einsätzen würden die in diesem Projekt gewonnenen Basistechnologien zu Gute kommen – "Tiefsee-Explorationssysteme könnten zum Beispiel nach diesem Vorbild entwickelt werden", so Prof. Kirchner.