Produktpiraterie auch im Maschinenbau

Die Produkt- und Markenpiraterie im Maschinenbau hat massiv zugenommen. Dies zeigt eine Mitgliederumfrage des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) vom März 2007.

Die Produkt- und Markenpiraterie im Maschinenbau hat 2006 massiv zugenommen. Das zeigt eine Mitgliederumfrage des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) vom März 2007.

»Auffallend ist der Trend, komplette Maschinen nachzubauen«, betonte VDMAPräsident Dr. Dieter Brucklacher. »67 Prozent der Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, gaben an, von Produktpiraterie betroffen zu sein. Von den Teilnehmern wiederum erwähnten 60 Prozent, dass vollständige Maschinen kopiert worden seien – bei der Umfrage ein Jahr zuvor waren dies nur 43 Prozent.«

An zweiter Stelle mit 42 Prozent nannten die Unternehmen Ersatzteile (Umfrage 2006: 20 Prozent), gefolgt von Komponenten mit 41 Prozent (2006: 25 Prozent), dem äußeren Erscheinungsbild bzw. dem Design mit 21 Prozent (2006: 14 Prozent), Bedienungsanleitungen mit 11 Prozent (2006: 6 Prozent), Verpackungen mit 6 Prozent (2006: 3 Prozent) und Katalogen mit 1 Prozent. Bei den Angaben der Unternehmen waren Mehrfachnennungen möglich.

Ursprung überwiegend in Asien

75 Prozent der betroffenen Unternehmen nannten China als Ursprungsland der Plagiate (2006: 70 Prozent, 2003: 50 Prozent). Berücksichtigt man die Listung anderer asiatischer Länder wie Taiwan mit 12 Prozent (2006: 16 Prozent) und Korea mit 12 Prozent (2006: 11 Prozent), so zeigt sich, dass die überwiegende Mehrheit der nachgeahmten Produkte ihren Ursprung in dieser Region hat. 14 Prozent der Betroffenen erwähnten Indien (2006: 9 Prozent).

Als europäische Länder nannten 17 Prozent Italien (2006: 15 Prozent), gefolgt von der Türkei mit 11 Prozent (2006: 9 Prozent). Auch in der Disziplin »Absatzmärkte der Plagiate« ist China Spitzenreiter: 49 Prozent der betroffenen Unternehmen erwähnten das Reich der Mitte (2006: 46 Prozent). 22 Prozent der Fälschungen gelangten auf den europäischen Markt (2006: 20 Prozent). Über zwei Drittel (68 Prozent) der Betroffenen kamen Plagiaten durch eigene Marktkenntnisse auf die Schliche (2006: 45 Prozent).

51 Prozent entdeckten Plagiate auf Messen (2006: 36 Prozent), 47 Prozent bekamen die Information von Kunden (2006: 30 Prozent). Nur etwa 11 Prozent wurden erst durch einen Absatzrückgang auf die unerwünschten Wettbewerber aufmerksam (2006: 7 Prozent). In etwa 5 Prozent der Fälle gaben Sicherheitsmängel Anlass zu Nachforschungen (2006: 4 Prozent). »Die Produktpiraterie hat im Maschinenbau eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Dimension erreicht«, folgert Brucklacher.

»18 Prozent der betroffenen Firmen meldeten Umsatzrückgänge von mindestens 10 Prozent infolge der Plagiate, 4 Prozent berichteten sogar über ein Minus von 20 Prozent und mehr. Immerhin 27 Prozent nannten Umsatzrückgänge von 5 Prozent und darüber.« Die große Mehrheit der Betroffenen, nämlich 78 Prozent, sieht durch unzulässige Nachbauten langfristig die Wettbewerbsfähigkeit bedroht.

Zum Schutz vor Produkt- und Markenpiraterie setzen immer mehr Unternehmen auf präventive Maßnahmen wie Patente. Auch der technische Kopierschutz gewinnt an Bedeutung. Der VDMA will zudem bei den Käufern ansetzen und mit seiner Kampagne »Pro Original« mehr Bewusstsein für den Wert von Originaltechnik schaffen.

»Die auf der Hannover-Messe 2007 vorgestellte Kampagne soll deutlich machen, dass ein herausragendes Ergebnis nur mit Originaltechnik erzielbar ist«, stellt Brucklacher klar. »Für das Original sprechen Qualität, Innovation, Effizienz, Erfahrung und Sicherheit.« Zusammen mit seinen Mitgliedsfirmen wird der VDMA die Kampagne in den wichtigsten Kundenländern präsentieren. Im Rahmen der Umfrage hatte der VDMA 1203 ausgewählte Mitgliedsunternehmen seiner 39 Fachverbände angeschrieben. 226 Unternehmen beteiligten sich.