Perfekt lackiert

Um kleinste Unebenheiten, Einschlüsse oder Rauhigkeit an der glänzenden und spiegelnden Oberfläche eines Fahrzeugs in der Fertigung zu erkennen, reichen konventionelle Messsysteme nicht aus. Ein Forschungsprojekt hat sich daher der Entwicklung eines neuen optischen Messverfahrens angenommen.

Um kleinste Unebenheiten, Einschlüsse oder Rauhigkeit an der glänzenden und spiegelnden Oberfläche eines Fahrzeugs in der Fertigung zu erkennen, reichen konventionelle Messsysteme nicht aus. Ein Forschungsprojekt hat sich daher der Entwicklung eines neuen optischen Messverfahrens angenommen.

Mit 650 000 Euro fördert die Bayerische Forschungsstiftung die im September 2007 ins Leben gerufene Kooperation zwischen dem BMW-Werk Dingolfing, Micro-Epsilon und dem Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik (Forwiss Passau) der Universität Passau. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt.

Für Micro-Epsilon ist die BMW Group kein unbekannter Kooperationspartner. Zusammen brachten die beiden Unternehmen bereits ein Verfahren für die Defekt-Erkennung auf lackierten Oberflächen auf den Weg, das sich in einer Pilot-Anlage in Dingolfing bewährt hat. Basierend auf den Erfahrungen dieses Projekts arbeiten sie – zusammen mit ihren Kooperationspartnern – an der Entwicklung eines speziellen 3D-Messsystems. Das Besondere dabei: Bei dem eingesetzten Verfahren wird nicht die Oberfläche selbst, sondern deren optisch verzerrende beziehungsweise intensitätsmindernde Wirkung untersucht, die sich über Unregelmäßigkeiten im Spiegelbild eines Musters bemerkbar macht. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine absolute Vermessung von Defekten und Formabweichungen – gerade an sich spiegelnden Flächen, die mit konventionellen Ansätzen nicht erfasst werden können. Angedacht ist, dieses Verfahren auf andere Industriezweige – beispielsweise die Glasindustrie – zu adaptieren.