Ingenieure Mangelware

Zur Zeit sind laut VDMA rund siebentausend Ingenieurstellen im Maschinenbau nicht besetzt. Die Hälfte der Unternehmen sieht in diesem Zustand eine Wachstumsbremse für die Branche.

Laut einer aktuellen Umfrage, die der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) Anfang Juli bei seinen Mitgliedsfirmen durchführte, müssen 41 Prozent der befragten Unternehmen aufgrund des Ingenieurmangels Unteraufträge an andere Unternehmen vergeben, 39 Prozent beschäftigen Leiharbeitskräfte, 18 Prozent lösen das Problem, indem sie längere Lieferzeiten vereinbaren, und elf Prozent verlagern Ingenieurkapazität ins Ausland.
Als Hauptgrund für die Nichtbesetzung der offenen Stellen gaben mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen (70 Prozent) 'zu wenig Bewerber' an. Als weitere Gründe wurden mangelnde Fachkenntnisse (39 Prozent), mangelnde Berufserfahrung (29 Prozent) und zu hohe Gehaltsvorstellungen (27 Prozent) genannt. Kritisiert wurde zudem die "Umzugsscheu" vieler Bewerber.
Um Ingenieure in Zukunft nicht am Bedarf vorbei auszubilden, fordern die Maschinenbauunternehmen vor allem eine höhere Praxisorientierung während des Studiums sowie die Modernisierung der Forschungseinrichtungen. Mängel sieht der VDMA diesbezüglich unter anderem bei der Wissensvermittlung von Grundlagenfächern; ebenso fehle es oft an betriebswirtschaftlichem Grundwissen.