Geräte-Integration – die Realität

Seit Jahren diskutieren Experten, welche Technologie für die Geräte-Integration in Leitsysteme die bessere ist, Field Device Tool/Device Type Manager – FDT/DTM oder Enhanced Device Description Language – EDDL? Die ...

Seit Jahren diskutieren Experten, welche Technologie für die Geräte-Integration in Leitsysteme die bessere ist, Field Device Tool/Device Type Manager – FDT/DTM oder Enhanced Device Description Language – EDDL? Die niederländische Anwendervereinigung WIB hat in einem ausführlichen Praxistest beide Technologien untersucht.

Ende 2006 hat die Arbeitsgruppe Feldbus der WIB (International Instrumentation Users Association) ein Testprojekt aufgesetzt, um die Eigenschaften der DDL/EDDL – mit und ohne den so genannten Erweiterungen – und FDT/ DTM-basierten Geräte-Integrationen aus Anwendersicht zu bewerten. Ziel war es, die gegenwärtige Funktionalität beider Technologien anhand von FF-Geräten (Foundation Fieldbus) zu vergleichen. Untersucht wurden der Zugriff auf Gerätedaten und die Effektivität bei verschiedenen Inbetriebnahme- und Wartungssituationen. Das Projekt wurde im Testlabor von Shell Global Solutions International in Amsterdam durchgeführt und von der FDT-Group fachlich begleitet.

Da der Begriff EDDL häufig auch als Abkürzung für Electronic Device Description Language genutzt wird, verwendet die WIB zur eindeutigen Unterscheidung zwischen DDL/EDDL (ohne Erweiterungen) die Bezeichnung eEDDL (mit Erweiterungen oder „enhanced“) in ihrem Test.

Zu Beginn des Tests Anfang 2007 war die eEDDL-Spezifikation erst kurze Zeit freigegeben, so dass nur wenige Produkte für den Praxis-Test zur Verfügung standen, die deren erweiterten Funktionsvorrat unterstützten. Für den Test war das jedoch ausreichend. Schließlich sollten nicht möglichst viele Geräte und Systeme untersucht werden, sondern die Eigenschaften und Möglichkeiten der beiden Technologien zur Geräte-Integration anhand einiger Gerätetypen. Der WIB-Testaufbau umfasste Prozessleitsysteme und Asset-Management-Tools verschiedener Hersteller, von denen nicht alle FDT und eEDDL unterstützen.

Bei FDT definiert der Gerätehersteller die Bedienoberfläche für einen gerätespezifischen DTM (Device Type Manager) und kann die Informationen für die jeweilige Aufgabe (Parametrierung, Test) darstellen. Der DTM eines Geräteherstellers sieht in allen Rahmenapplikationen (Host-Systemen) immer gleich aus. Die jeweiligen Parameter und die Ergebnisse der Funktionstests befinden sich im gleichen Fenster. Auch eine Archivierung der Test-Ergebnisse für spätere Analysen ist jederzeit möglich. Und bei einem Wechsel zwischen verschiedenen Fenstern gehen grundsätzlich keine Daten verloren.

Die Gestaltungsfreiheit bei FDT/DTM birgt aber auch Gefahren: Der Aufbau von DTMs eines Herstellers ist in allen Systemen zwar identisch, ein anderer Hersteller kann aber ein anderes Bedienkonzept verfolgen. Unterschiedliche Menüstrukturen für gleiche Gerätetypen sind teilweise die Folge davon und diese erschweren in der Praxis die Wartung und Inbetriebnahme von Anlagen. Abhilfe schafft hier der DTM-Style-Guide. Die WIB regt an, den Style-Guide weiter zu verbessern und die Oberflächen nach Anwendungsbereichen (Use-Cases) wie Inbetriebnahme und Wartung zu strukturieren. Diese Anforderungen fließen in die aktuellen Arbeiten am FDT-Style-Guide ein.