EUnited Robotics: Europäische Robotik-Branche im Aufwind

Der europäischen Robotik-Industrie winkt eine goldene Zukunft - so sieht es zumindest der europäische Robotik-Industrie-Verband EUnited Robotics. Nicht zuletzt schaffe die Robotik Arbeitsplätze, weil sie Unternehmen dabei helfe, ihre Fertigungen in den Hochlohnländern Europas zu belassen.

»Die Zukunft bietet hervorragende Chancen für die europäische Robotik-Industrie«, betonte Stefan Müller, Chairman von EUnited Robotics, zum Auftakt der Automatica. »Die Branche ist sehr gut aufgestellt; sie hat in den vergangenen Jahren die Abhängigkeit von der Automobilindustrie und deren Zulieferfirmen schrittweise reduziert und systematisch neue Anwendungsfelder für Roboter erschlossen und ausgebaut.« Dies habe den Markt für Industrie-Roboter verbreitert und damit auch die Abhängigkeit der Hersteller von Konjunkturzyklen einzelner Branchen reduziert.


»In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Roboter in Europa in Betrieb genommen: 2007 waren es etwa 35.000 Exemplare, fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren«, führte Müller aus. »Der europäische Branchenumsatz einschließlich zugehöriger Systeme lag 2007 bei über fünf Milliarden Euro, das entspricht einem guten Drittel des weltweiten Umsatzes.«


Der Einsatz von Robotern hat laut Müller den in Europa vorhandenen Wettbewerbsnachteil hoher Arbeitskosten kompensiert. Unternehmen, die konsequent auf den Einsatz von Automatisierungstechnik gesetzt haben, können demnach weiterhin wettbewerbsfähig in Europa produzieren.
Die großen Herausforderungen der Branche sieht Müller vor allem darin, die Industrieroboter aus ihren Umzäunungen zu befreien und sie auch in dynamischen Fertigungsumgebungen einzusetzen und direkt mit dem Werker interagieren zu lassen. Die Vision eines »Roboter-Assistenten« realisiert sich durch den Fortschritt bei Steuerungen, Sicherheitstechnik und Kommunikationsfähigkeit. »Es wird noch einiger Anstrengungen in der Forschung und Entwicklung bedürfen, bis wir den industriellen Mittelstand flächendeckend mit Industrierobotern bestücken können, aber die Vorteile der Roboter hinsichtlich Produktivität und Qualität haben dort schon Bedarf geweckt«, teilte Müller mit. »Die nächste Robotergeneration steht also an der Schwelle zu einem neuen großen Markt.«