Engineering-Trends: PLM wird Pflicht

Laut einer Studie der Firma Sendler/circle betragen die Anteile von Elektronik, E-Technik und Software am Engineeringprozess im Maschinenbau rund 70 Prozent.

Laut einer Studie von der Firma Sendler/circle steigen die Anteile von Elektronik, E-Technik und Software sowie die Bedeutung von Product-Daten- (PDM) und -Livecycle-Management (PLM) im Engineeringprozess der Maschinenbauer. An der Umfrage vom Frühsommer 2008 beteiligten sich insgesamt 27 Unternehmen, die rund 150000 Mitarbeiter repräsentieren. Neun Firmen ordnen sich dem Maschinen- und Anlagenbau zu, fünf dem Bereich Automotive, vier sind Ingenieurdienstleister.

Der Anteil von Elektrotechnik, Elektronik und Software an der Wertschöpfung der Produkte liegt zusammen bei 63 Prozent, die Anteile reiner Mechanik dagegen nur noch bei rund einem Drittel. Im krassen Gegensatz dazu steht die Zusammensetzung der Entwicklungsmannschaften: Mit 65 Prozent stellen Maschinenbau-Ingenieure nach wie vor die Masse der Entwickler.

Abgeschlagen sind die Disziplinen Elektrotechnik/Automation mit 15 Prozent, Software (11 Prozent) und Elektronik mit 9 Prozent Anteil. Diese Situation verstärkt den Trend zur Auslagerung von Entwicklungsaufgaben, die vor allem für die Fertigungsindustrie eine große Herausforderung darstellt.
Die interdisziplinäre Abstimmung von verteilt entwickelten Produktkomponenten gehen die Unternehmen unterschiedlich an: Während die Großindustrie mehr auf neue Strukturen der Arbeitsorganisation setzt, spielt bei den kleineren Unternehmen die flexible und kontinuierliche Abstimmung während der gesamten Projekte die größere Rolle.

Das Produktdatenmanagement (PDM) und dessen Kopplung mit dem ERP-System sind dabei für die meisten Unternehmen ganz oder teilweise tägliche Praxis. Laut Studie werden jedoch vor allem allgemeine Dokumente verwaltet. Ebenso kommt Prozesssteuerungs-Software lediglich in Ansätzen zum Einsatz, das heißt: hinsichtlich der IT-Unterstützung des Produktentstehungs-Prozesses gibt es noch Nachholbedarf bei den Unternehmen.

Das Thema Product-Livecycle-Management ist dagegen gesetzt: Über 55 Prozent der Befragten ist das Thema wichtig und in 70 Prozent der Unternehmen existieren Konzepte, die zu rund 30 Prozent bereits weitgehend realisiert sind.