Energiesparprotokoll für Profinet

Die PNO entwickelt auf Anfrage der AutomatisierungsInitiative Deutscher Automobilhersteller (AIDA) ein Energie-Management-Protokoll für Profinet. Dieses »PROFIenergy«-Protokoll soll ein zukünftiges Auswahlkriterium für die Auftragserteilung sein.

Die in der AIDA aktiven Unternehmen Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW setzen Profinet in ihren Produktionsanlagen ein. Sie haben die Profibus Nutzerorganisation e.V.  aufgefordert, Funktionen und Mechanismen für Profinet zur Verfügung zu stellen, die eine energieeffiziente Produktion unterstützen. »Ein solches Energie-Management-Protokoll wird zu einem der Auswahlkriterien für die Auftragserteilung für unsere Zulieferer und Anlagenbauer«, lautete der Tenor der AIDA-Vertreter auf der in Karlsruhe stattfindenden PNO-Versammlung.

Hohe Energiekosten sowie die Erfüllung gesetzlicher Auflagen zwingen die Industrie in Punkto Energieeinsparung zum Handeln. Deshalb ergreifen die produzierenden Unternehmen seit ein paar Jahren verstärkt Aktivitäten zur Reduzierung der Energiekosten. Außerdem lassen sich durch geschickt eingeleitete Energiesparmaßnahmen auch weitere Unternehmensziele, wie Ressourcenschonung oder reduzierte Produktionszeiten erreichen. Diesen Trend haben bereits einige Gerätehersteller erkannt und bieten schon heute Produkte mit lokalen Energiesparmöglichkeiten an.

Zur Umsetzung einer offenen, durchgehenden und anwendergerechten Lösung hat die PNO beschlossen, ein Hersteller unabhängiges Energiesparprofil auf Basis von Profinet zu definieren und zu standardisieren. Ein entsprechender Arbeitskreis wurde gegründet und hat die Arbeit aufgenommen. So wurden die Use Cases und Anforderungen aus Anwendersicht bereits definiert. Diese stellen die Grundlage für die im Februar 2009 gestarteten Spezifikationsarbeiten dar. Noch dieses Jahr soll dann die endgültige Fassung eines »PROFIenergy«-Protokolls vorliegen. Mit endgültiger Fassung ist gemeint, dass die PNO plant ein einziges Release zu veröffentlichen, dass alle Aspekte abdeckt und dadurch kein nachfolgendes Zweitrelease notwendig sein soll.

Die Lösung sieht die Definition von unterschiedlichen Energiesparmodi der Geräte vor. Über das Energiesparprofil können dann die Energiesparmodi der Geräte durch eine Steuerung einheitlich und einfach angesprochen und deren Rückmeldungen ausgewertet werden. Dadurch kann eine Anlagensteuerung einen optimalen Energieverbrauch in der Produktion und in den verschieden langen Pausenzeiten ausschöpfen.