Die zweite Generation

Die wichtigste Buskomponente bei AS-Interface Safety at Work ist der Sicherheitsmonitor. Angesichts kontinuierlich ausgebauter und verfeinerter Konzepte in der Sicherheitstechnik war es Zeit für ein Update – das über ein Facelifting weit hinausgeht.

Die wichtigste Buskomponente bei AS-Interface Safety at Work ist der Sicherheitsmonitor. Angesichts kontinuierlich ausgebauter und verfeinerter Konzepte in der Sicherheitstechnik war es Zeit für ein Update – das über ein Facelifting weit hinausgeht.

Seit 1999 gibt es die Bussystemvariante „Safety at Work“ zur AS-Interface-Technologie. Der Zweidrahtbus reduziert den Verdrahtungsaufwand bei sicherheitsgerichteten Anwendungen und wird über einen Monitor zentral überwacht. Um diesen Sicherheitsmonitor dem heutigen Erfahrungsstand anzupassen, hat eine Gruppe von Firmen eine neue Gerätegeneration geschaffen, die nachfolgend am Beispiel der Geräte-Varianten SMO und GMO von Euchner exemplarisch dargestellt wird.

Ins Auge fallen am neuen Sicherheitsmonitor vor allem zwei Neuerungen: ein integriertes Display mit Tastenfeld und ein Slot für eine Speicherkarte. Das Display mit Tastenfeld am Gerät ist eine Reaktion auf den Anwenderwunsch nach vereinfachten Diagnosefunktionen. Bisher waren Anwender auf eine Anzeige-LED angewiesen, die Fehler signalisierte. Das Display ermöglicht nun eine gezielte Fehlersuche, da es – unaufgefordert – anzeigt, an welchem Busteilnehmer der Fehler aufgetreten ist.

Ein Beispiel: Ein Not-Aus wird nach der Betätigung wieder herausgezogen. Dabei schalten die beiden Kontakte des Not-Aus-Schalters mit einem zu hohen Zeitversatz zueinander. Die Steuerung wertet diesen Fehler nicht detailliert aus und erzeugt deshalb nur eine generelle Fehlermeldung. Bei Monitoren der ersten Generation zeigt ein Blinken der LED „Ready“ diesen Zustand an. Dieses Blinken ist aber nicht eindeutig, sondern kann verschiedene Ursachen haben. So ist weder ersichtlich, was für ein Problem konkret vorliegt, noch wer der Verursacher ist. Eine genaue Diagnose kann nur mit Hilfe eines Laptop erfolgen und die Fehlersuche schnell bis zu einer Stunde dauern. Die Behebung des Fehlers an sich ist jedoch in einigen Sekunden erledigt.

Das Display der neuen Monitore würde in diesem Fall die Meldung „6. Test“ anzeigen und damit darauf hinweisen, dass der Busteilnehmer mit der Adresse 6 auf seine Funktion getestet werden sollte.

Ein weiterer typischer Fall aus der Praxis: Aufgrund von Störungen trat ein Fehler immer nur nachts und nur kurzzeitig auf. Die Störung bewirkte, dass der Monitor einen Busteilnehmer als nicht sicher bewertete und die Anlage stehen blieb. Dies hat – bedingt durch die Nachtschicht – zu einem zweistündigen Produktionsausfall geführt. Da der Fehler selbst rasch wieder verschwindet, lief die Anlage nach dem Drücken der Starttaste wieder. Derselbe Fehler trat immer wieder zu unterschiedlichen Zeiten auf; dass er jedoch nach dem Abklingen der Störung nicht mehr vorhanden ist, erschwert die Diagnose erheblich.

Um Fehler dieser Art aufzufinden, besitzt der Monitor der ersten Generation die Möglichkeit, Fehlerzustände „einzufrieren“. Allerdings müssen hierzu Signale mittels zusätzlicher Hardware oder durch Maßnahmen in der Steuerung generiert werden. In den Geräten der zweiten Generation werden alle Abschaltungen automatisch in einen Hintergrundspeicher geschrieben und stehen somit für eine spätere Fehlersuche zur Verfügung. Nach wenigen Bedienschritten steht die Information auf dem Gerätedisplay. Zusätzliche Hardware ist nicht nötig.

Ergänzend zum geräte-internen Speicher bieten die neuen Monitore die Möglichkeit, eine auswechselbare Speicherkarte (Chipcard) zu verwenden. Mit Hilfe dieser Karte können Daten wie beispielsweise Konfigurationen in den internen Speicher des Monitors übernommen werden, ohne einen Laptop zu erfordern – eine Erleichterung insbesondere speziell bei der Serieninbetriebnahme mehrerer Maschinen. Darüber hinaus bietet die Chipcard die Möglichkeit, mehrere Programme – zum Beispiel spezielle Inbetriebnahmeprogramme – zu speichern. Ebenso können unterschiedliche Optionen, die vom Anwender festgelegt werden, gespeichert und je nach Maschinenausführung passend eingespielt werden.

Da die Speicherkarte stets im Monitor verbleiben kann, speichert das Gerät automatisch alle Änderungen redundant im internen Speicher sowie auf der Chipcard. So steht immer eine Kopie der Monitordaten vor Ort zur Verfügung. Bei Ausfall eines Geräts lässt sich die Inbetriebnahme eines Ersatzgerätes sehr schnell durchführen.