Die Schattierung erschließen

Medikamenten-Packungen sind häufig mit Blindenschriftpunkten versehen. Fehlt nur einer davon, kann dies den Text gefährlich verfälschen. Daher müssen Blindenschriftprägungen von Gesetzes wegen geprüft werden. Eine „Fleißaufgabe“ für optische Messverfahren.

Medikamenten-Packungen sind häufig mit Blindenschriftpunkten versehen. Fehlt nur einer davon, kann dies den Text gefährlich verfälschen. Daher müssen Blindenschriftprägungen von Gesetzes wegen geprüft werden. Eine „Fleißaufgabe“ für optische Messverfahren.

SfS liefert die 3D-Form des betrachteten Objekts, jedoch keine direkten absoluten Abstands- oder Höhenmaße, wie es zum Beispiel Triangulationsverfahren tun. Informationen über die 3D-Form werden aus der Schattierung stetiger Oberflächen, das heißt weicher Konturen, gewonnen. Auf steile Kanten und Hinterschneidungen, die Schatten werfen, ist der SfS-Algorithmus nicht ausgelegt. Braille-Punkte sowie andere Prägeschriften oder Schlagzahlen sind für dieses Verfahren hingegen optimal geeignet.

SfS benötigt wie andere optische Verfahren auch optisch „gutmütige“ Oberflächen. Daher sind transparente oder halbtransparente Medien wie Milchglas sowie stark spiegelnde Oberflächen ungünstig, da SfS nur diffuse Reflektion berücksichtigt. Auf matten metallischen Patrizen und leicht spiegelnden Faltschachteln wird die Blindenschrift jedoch gut gelesen.

Abgesehen von der Blindenschriftprüfung ist die 3D-Form-Erfassung auch für andere Aufgabenstellungen anwendbar – immer dann, wenn es um stetige, erhabene Strukturen geht. Mögliche Einsatzbereiche sind daher die Vermessung oder Lesung von Prägeschriften wie zum Beispiel Symbolen und Schriften auf Reifenwänden sowie Schlagzahlen. Ebenso möglich sind „exotischere“ Anwendungen wie die Analyse der Knittermuster von Textilien oder Oberflächentexturen sowie die Beurteilung von Oberflächenfehlern wie beispielsweise Riefen, Kratzer und Form-Merkmalen.

Nähere Informationen:
www.in-situ.de 

Autoren

Prof. Dr. Hartmut Ernst lehrt an der FH Rosenheim, seine Fachgebiete sind technische Informatik, digitale Bildverarbeitung und Numerik. Er ist zudem Gesellschafter von in-situ.

Dr. Helge Moritz ist Geschäftsführer und Gesellschafter von in-situ.

Sandra Söll ist Software-Entwicklerin bei in-situ, Sauerlach/München.

Inka Meyerholz, Computer&AUTOMATION