Die Namur-Sensoren #####

Rund 500 Teilnehmer diskutierten auf der Namur-Hauptsitzung Anfang November in Lahnstein über Verbesserungspotenziale in der Prozessautomation. Den größten Nutzen versprechen Standardisierungen bei den Feldgeräten.

P LT-Geräte sind der größte Block in der Automatisierungstechnik sowohl hinsichtlich ihrer Stückzahlen wie auch ihres Investitionsvolumens. Diese qualitative Aussage hat die BASF am Standort Ludwigshafen quantifiziert und die installierten Feldgeräte analysiert. Die Zahlen sind beeindruckend: Insgesamt sind in Ludwigshafen 460 000 Feldgeräte installiert, verteilt auf die Kategorien: Stellgeräte (30 %), Druckmessgeräte (23 %), Temperatur (17 %), Durchfluss (16 %), Füllstand (11 %) und Prozessanalytik mit 3% Anteil. In absoluten Zahlen:

  • 138 000 Stellglieder,
  • 106 000 Druckmessstellen,
  • 78 000 Temperatursensoren,
  • 73 600 Durchflussmessgeräte,
  • 51 000 Füllstandsmessungen
  • und knapp 14 000 Analysegeräte

Das ist grob skizziert das Umfeld, in dem sich die PLT-Abteilungen bewegen und den Überblick behalten müssen – von der Planung der Messstellen über die Auswahl und Beschaffung der Geräte, Konfiguration, Parametrierung und Inbetriebnahme bis hin zur Diagnose, Wartung und Ersatzbeschaffung.

Die Sensorik-Standards

Hier liegt viel Einsparpotenzial brach, das die Namur über standardisierte Sensoren aktivieren will. Die entsprechenden Eigenschaften, die solche Standardsensoren haben müssen, wurden für Coriolis-Massedurchflussmessgeräte und für Füllstands Sensoren in einer Umfrage ermittelt. Zielsetzung war, die Gerätekonfiguration zu spezifizieren, mit der die Sensoren rund 80 % aller auftretenden Einsatzfälle in der Chemie- und Pharmaindustrie abdecken. Rund 550 Personen in 30 Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie wurden aufgefordert, an der anonymisierten Online-Befragung teilzunehmen. Die Umfrage fand zwischen Juni und August 2007 statt und erreichte eine Rücklaufquote von 60 % bei Coriolis- und 44 % bei den Füllstandsmessgeräten. Damit ein Coriolis-Messgerät das 80-%-Kriterium erfüllt, sind aus Anwendersicht folgende Eigenschaften notwendig:

  • Messgenauigkeit 0,5%,
  • Reproduzierbarkeit 0,3%,
  • Metallgehäuse,
  • Vor-Ort-Bedienung,
  • Diagnosefunktion
  • und Standard-Einbaulängen.

Als Kommunikationsmedium wurde der Foundation Fieldbus definiert, den die Leitsystemhersteller unterschiedlich unterstützen: Yokogawa entwickelt gerade einen EDDL-Interpreter und konnte daher nur mit FDT/DTM getestet werden. Emerson unterstützt dagegen ausschließlich die EDDL-Integration. Offen zeigt sich dagegen Invensys, die beide Technologien vorhält. In puncto Foundation Fieldbus verweigert sich Honeywell beiden Technologien. ABB unterstützt mittlerweile die Integration von Foundation Fieldbus-Geräten über FDT und EDDL.