Allianz-Studie Die Kosten der Cyber-Kriminalität steigen auf 445 Milliarden Dollar jährlich

Bis zum Jahr 2020 sollen eine Billion vernetzte Geräte weltweit existieren. Für Cyber-Kriminelle ein spannendes Versuchsfeld.

Der Versicherer Allianz Global Corporate & Speciality untersucht in einem Report die globalen Schäden, die Unternehmen durch Cyber-Kriminalität entstehen. Sie belaufen sich mittlerweile auf 445 Milliarden Dollar p.a. Deutschland ist – bezogen auf das Bruttosozialprodukt – sogar das Land mit den größten Schäden.

Eine Billion vernetzte »Devices« soll es den Prognosen nach im Jahr 2020 geben, von denen 50 Milliarden täglich Daten austauschen werden. Die ubiquitäre Vernetztheit des Internet of Things schafft ideale Voraussetzungen für ein Anwachsen der Kriminalität.

Dabei sind Cyber-Risiken die von Unternehmen am stärksten unterschätzten Risiken, so das Ergebnis des »Allianz Risiko Barometers«, für das über 500 Risiko-Manager und Experten aus über 40 Ländern befragt wurden.

Die fünf am stärksten von Cyber-Kriminalität geschädigten Länder sind laut Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS) die USA mit 108 Milliarden Dollar Schadenssumme, China mit 60 Milliarden Dollar, Deutschland mit 59 Milliarden Dollar, Brasilien mit 7,7 Milliarden Dollar und Großbritannien mit 4,3 Milliarden Dollar. Umgerechnet auf das Bruttosozialprodukt (BSP) führt Deutschland bei den Schäden der Cyber-Kriminalität in Höhe von 1,6 Prozent des BSP, gefolgt von den USA (0,64 Prozent) und China (0,63 Prozent).

»Bis vor 15 Jahren waren Cyber-Angriffe recht primitiv und meist das Werk von Hacktivisten«, sagt Chris Fischer Hirs, CEO der AGCS. „Aber mit der zunehmenden Vernetzung, Globalisierung und Kommerzialisierung von Cyber-Kriminalität gab es eine Explosion sowohl bei der Häufigkeit als auch der Schwere der Angriffe«, fügt er hinzu.

Die Allianz führt die weltweiten Untersuchungen durch, um sich in einem der am stärksten wachsenden Geschäftsfelder der Zukunft zu positionieren. Von heute 2 Milliarden Dollar erwartet sie, dass die Beiträge zu Cyber-Kriminalitäts-Versicherungen auf 20 Milliarden im nächsten Jahrzehnt anwachsen, mit Steigerungsraten von 20 Prozent p.a.

»Cyber-Versicherungen sind kein Ersatz für eine robuste IT-Sicherheit, aber sie schaffen eine zweite Verteidigungslinie und die Auswirkungen der Vorfälle abzumildern. AGCS sieht eine zunehmende Nachfrage nach diesen Angeboten und wir arbeiten engagiert mit unseren Kunden zusammen, um die wachsende Ausgesetztheit gegenüber den Cyber-Risiken besser zu verstehen und Antworten auf sie zu finden«, sagt Chris Fischer Hirs.