Myestro statt Touch Die Frontkamera wird zur Gestensteuerung

Die Myestro-App macht Smartphone- oder Tablet-Kameras zu berührungslosen Eingabegeräten. Ein Stück Software reicht aus, um die Geräte aus der Ferne zu bedienen. Hat der Touchscreen bald ausgedient?

Das Ulmer Startup Myestro sorgte bereits in der Vergangenheit für Aufsehen, als es die erste passive Gestensteuerung präsentierte, die ohne Infrarot auskommt. Diese wurde nun zu einer hardwareunabhängigen Softwarelösung weiterentwickelt. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona wird die Technik erstmals auch für Mobilgeräte gezeigt. Smartphones oder Tablets lassen sich berührungslos steuern, ohne dass zusätzliche Hardware nötig ist. Dafür haben die Ingenieure eine App entwickelt, welche auf die Frontkamera von Smartphone oder Tablet zugreift und deren Daten nutzt.

Anwendungsfälle

Um die Lautstärke der Musikanlage zu verändern, könnte das Smartphone zukünftig in der Dockingstation bleiben – per Gestensteuerung wäre das von der Couch aus machbar. Auch wer beim Backen die nächste Seite der Rezepte-App aufrufen möchte, dürfte über die Möglichkeiten der Myestro-Steuerung dankbar sein. „Oft sind es ja nicht die Dinge, die die Welt wirklich braucht, sondern Anwendungen, die einfach Spaß machen“, meint Geschäftsführer Dr. David Wenger gegenüber elektroniknet. Aus hygienischen Gründen wären auch Anwendungen im Medizinbereich denkbar. Um weiteren Nutzen aus der neuartigen Bedienung zu ziehen, setzt Myestro auf die Beteiligung externer Entwickler.

Die Bedienung

Touch-Steuerung, nur ohne Touch: Die Kamera vollzieht alle Handbewegungen nach und steuert etwa den Maus-Zeiger. Die bekannten Wisch-Gesten werden ebenfalls erkannt. Das Klicken auf ein Objekt wird durch kurzes Anhalten auf einen Menüpunkt realisiert. Da die Software nur ganze Merkmalsschwärme verfolgt, kann man das Gerät auch mit Handschuhen oder einer Tasse Kaffee in der Hand bedienen. Dass das tatsächlich funktioniert, zeigt der Versuch mit einem Kindle Fire.