Die Applikation entscheidet #####

Jede Anwendung hat ihre Besonderheiten und Tücken, die es bei der Auswahl eines Vision-Sensors zu berücksichtigen gilt. Doch welche Geräte-Features sind für die Kaufentscheidung maßgeblich? Hinweise für die Auswahl.

Jede Anwendung hat ihre Besonderheiten und Tücken, die es bei der Auswahl eines Vision-Sensors zu berücksichtigen gilt. Doch welche Geräte-Features sind für die Kaufentscheidung maßgeblich? Hinweise für die Auswahl.

Vision-Sensoren lassen sich weniger in gute und schlechte unterteilen als vielmehr in für die konkrete Anwendung mehr oder weniger geeignete Geräte. Daher erleichtert eine gute Vorklärung der Anforderungen sowie der Freiheitsgrade die Auswahl des passenden Vision-Sensors und hilft, aufwendige erfolglose Tests mit eher ungeeigneten Geräten zu vermeiden. Oft ist es bereits hilfreich, mit einer herkömmlichen Foto-Digitalkamera aus der ungefähren späteren Position des Vision-Sensors mehrere Bilder der zu erkennenden Objekte aufzunehmen. Mit ihnen lässt sich einigen speziellen Randbedingungen wie zum Beispiel Reflexionen schon im Vorfeld auf die Spur kommen.

Zudem wurde kaum ein Vision-Sensor am grünen Tisch konzipiert. Stattdessen flossen häufig die konkreten Erfordernisse eines oder mehrerer Leitkunden in einer Zielbranche des Anbieters in das Gerät ein. Bei der Sensor-Auswahl kann es daher lohnend sein, nach solchen Dingen zu fragen, um eventuell Parallelen zur eigenen Anwendung zu finden. Wurde beispielsweise ein Gerät ursprünglich für den Einsatz in der grafischen Industrie an Druckoder Falzmaschinen optimiert, kann es mit ziemlicher Sicherheit auch geringe Kontraste an schnell bewegten flächigen Objekten auswerten und liefert bei mittlerer Staubbelastung ebenso zuverlässige Ergebnisse – typische Einsatz-Anforderungen für die Verpackungsindustrie, wo die Verpackungen weiterverarbeitet werden, die kurz zuvor bedruckt wurden. Andererseits wird ein solcher Vision-Sensor hinsichtlich Beleuchtung und Schärfentiefe weniger für Objekte mit Tiefenstruktur oder starken Wölbungen ausgelegt sein, und das Gehäuse und die Anschlüsse sind im Regelfall nicht für Temperaturen außerhalb von 0 bis +50 °C oder hohe Umgebungsfeuchtigkeit spezifiziert.

Wichtig zu wissen: Einige Parameter stehen in enger Wechselwirkung zueinander und bieten damit interessante Freiheitsgrade. So lässt sich eine Kontrastverbesserung eines Bildes zum einen durch eine größere oder stärkere Beleuchtung erreichen, zum anderen ist der gleiche Effekt mit einer längeren Belichtungszeit zu erzielen. Welche Möglichkeit letztlich gewählt wird, hängt von den räumlichen Gegebenheiten ebenso ab wie von der Objektgeschwindigkeit, die bei zu langer Belichtungszeit das Bild durch die Bewegungsunschärfe wieder unbrauchbar machen kann.