CAD Das Engineering-Puzzle

Automatisiert konstruieren – eine Vision, die der Anlagenbauer Siempelkamp bereits umsetzt. Die Grundlage bildet eine Modul-Bibliothek, die neben mechanischen und elektrischen CAD-Daten die Visualisierungsobjekte und Steuerungsprogramme enthält.

Die Firma Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau in Krefeld plant, konstruiert und errichtet Anlagen zur Fertigung von Holzwerkstoffplatten wie Span-, MDF- oder OSB-Platten. Neben der Kernkomponente „Form- und Pressenstrasse“ gehören dazu die vorgelagerten Prozessschritte Entrindung, Zerkleinerung, Trocknung oder Beleimung sowie nachgelagerte Komponenten wie Säge, Kühlung und Abstapelung oder Kurztaktpressen.

Die Anlagen gibt es in verschiedenen Baugrößen mit Bahnbreiten von 1,2 bis 3,6 m und Plattenstärken bis zu 60 mm. Bei Bahngeschwindigkeiten von bis zu 2000 mm/s erreichen größere Einheiten eine Tageskapazität von 3200 m3. Die Bandbreite der Anlagenkonfigurationen und das Mengengerüst von rund 200 Antrieben und 6000 I/O-Punkten, verteilt auf bis zu neun Steuerungen, verlangte schon immer eine hohe Flexibilität bei der Planung und beim Engineering der Automatisierungstechnik. Mit der Kombination des Elektro-CAE-Systems Eplan Electric P8 und dem Eplan Engineering Center (EEC) setzt der Bereich Automatisierung von Siempelkamp eine neue Benchmark hinsichtlich effizienter Konstruktionsprozesse: Künftig wird eine gewerke-übergreifende Konfiguration der Anlagenmodule möglich sein. Eine leistungsfähige Schnittstelle zwischen Mechanik und Elektrotechnik ist hier eine wichtige Komponente. Dazu Dipl.-Ing. Werner Schischkowski, Leiter Automatisierungstechnik: „Ursprünglich nutzten wir für diese Schnittstelle eine Motor-, Ventil- und Grenztasterliste, die so genannte MVG-Liste.“ Diese Liste entspricht einer sehr komplexen, standardisierten Funktionsbeschreibung, in der beispielsweise jeder einzelne Initiator aufgeführt ist. Auf dieser Basis wurden dann zum Beispiel Schaltschränke weitgehend automatisch generiert. Für die elektrotechnische Konstruktion verwendete der Anlagenbauer bis 2006 fast ausschließlich das CAE-System Ruplan der Firma Aucotec. Dieses Werkzeug hatten die Elektro-Planer ihren speziellen Bedürfnissen angepasst, wodurch bereits eine weitgehend automatisierte Elektrokonstruktion möglich war.