Das Engineering-Konzept

Die Verschmelzung von lokalen Netzen und Weitverkehrsnetzen zwischen geografisch verteilten Automatisierungsfunktionen über heterogene Netzwerke und die Nutzung von dedizierten Standard-IT-Technologien stellt neue Herausforderungen an das Engineering...

Die Verschmelzung von lokalen Netzen und Weitverkehrsnetzen zwischen geografisch verteilten Automatisierungsfunktionen über heterogene Netzwerke und die Nutzung von dedizierten Standard-IT-Technologien stellt neue Herausforderungen an das Engineering. Welches Konzept das Projekt „Virtual Automation Networks“ diesbezüglich verfolgt, beschreibt der vierte und letzte Teil der VAN-Serie.

Das Paradigma des virtuellen Automatisierungsnetzwerkes, das dem VAN-Projekt zugrunde liegt, integriert sowohl öffentliche, private als auch industrielle Kommunikationstechnologien zu einem einzigen skalierbaren System mit einer im Idealfall garantierten Dienstgüte (Quality of Service – QoS). Das dahinter stehende Konzept ermöglicht eine sichere, zuverlässige und echtzeitfähige Ende-zu-Ende-Kommunikation für räumlich verteilte Automatisierungsfunktionen, ähnlich den in der Bürowelt bekannten virtuellen privaten Netzwerken (Virtual Private Networks – VPN). Die Anwendung neuer Kommunikationstechnologien in derart verteilten Steuerungssystemen zwingt das klassische Engineering zu alternativen Ansätzen, um weiterhin effizient zu sein. Daher gilt es, den Engineering-Lebenszyklus den zusätzlichen Anforderungen in Form von erweiterten methodischen Ansätzen und Anwendungen anzupassen.

Zum Planen, Umsetzen und Betreiben von Automatisierungsnetzwerken gibt es eine Vielzahl von Engineering-Werkzeugen. Ausgangspunkt für die Entwicklung des benötigten Engineerings im Rahmen des VAN-Projektes ist daher zunächst die Klassifizierung hinsichtlich ...

  • Funktionalität (Parametrierung, Programmierung).
  • Lebenszyklusphase (Modellierung, Planung, Konfiguration, Inbetriebnahme, Betrieb und Wartung).
  • Gerätetyp (SPS, Remote-IO, Drives, Transmitter, HMI und Netzwerkkomponenten).

Diese Klassifizierung hilft, eine strukturierte Übersicht über die existierenden Engineering-Werkzeuge zu bekommen. Ein typisches VAN-System, das aus einer oder mehreren VAN-Domänen besteht, kann sowohl aus Industrie- als auch aus Büronetzwerken bestehen. Wie im ersten Teil der Serie beschrieben,  dient eine VAN-Domäne dazu, lokale industrielle Automatisierungsprojekte zu einem komplexen verteilten Projekt zu verschmelzen, um eine Gesamtaufgabe zu erfüllen.