Beijer kauft Lauer

Am 29. Mai erwarb die Beijer Electronics GmbH für rund 6 Mio. Euro alle Geschäftsanteile der Elektronik-Systeme Lauer von der Augusta Technolgie AG. Zu den Hintergründen der Übernahme als auch den Zukunftsplänen bezieht Lauer-Geschäftsführer Hans Märkle Stellung.

Am 29. Mai erwarb die Beijer Electronics GmbH für rund 6 Mio. Euro alle Geschäftsanteile der Elektronik-Systeme Lauer von der Augusta Technolgie AG. Zu den Hintergründen der Übernahme als auch den Zukunftsplänen bezieht Lauer-Geschäftsführer Hans Märkle Stellung.

 Herr Märkle, wie passt das Unternehmen Lauer zu der Beijer Electronics GmbH?

Märkle: Die Verbindung zwischen Lauer und Beijer ist in zweierlei Hinsicht ideal: Wir als mittelständisches Unternehmen Lauer erhalten über die Internationalisierung der Beijer Electronics einen direkten und effizienten Zugang zu diesen Wachstumsmärkten – was insbesondere unter dem Blickwinkel einer stark exportorientierten Kunden-Klientel für uns äußerst wichtig ist. Auf der anderen Seite profitiert aber auch Beijer von unserer Stärke auf dem deutschen und europäischen Markt.

 Als Sie am 2. April 2002 als Geschäftsführer bei Lauer einstiegen, haben Sie ein Unternehmen übernommen, das tief in den roten Zahlen steckte. Wie hat sich das Geschäft bis jetzt zur Übernahme von Beijer entwickelt?

Märkle: Es ist richtig, dass das Unternehmen Lauer ab 2000 bis 2002 in eine Schieflage geriet. Die damaligen Absichten eines Strukturwandels bei Lauer haben sich nicht umsetzen lassen; viele Investitionsentscheidungen in neue Produkte, wie auch Veränderungen der Vertriebsstruktur haben sich in dieser Zeit negativ ausgewirkt. Durch die Rückbesinnung auf unsere eigentlichen Unternehmensstärken und durch eine sehr schnelle Produkt-Veränderung, konnten wir in der Außenwirkung negative Einflüsse auf die Restrukturierung vermeiden. Wenn Sie so wollen hatten wir unsere Hauptarbeit im Bereich der Kostenstrukturen und bei den Finanzen.

Ende 2003 war diese Aufgabe abgeschlossen. Die positiven Effekte hieraus haben dazu geführt, dass das Unternehmen bereits vor der Übernahme durch Beijer Electronics völlig entschuldet war.

 Lauer, der ehemalige Marktführer, hat heute aber nicht mehr die Bedeutung wie vor der Jahrtausendwende.

Märkle: So würde ich das nicht beurteilen. Die Verteilung des HMI-Marktes hat sich durch den Eintritt weiterer Wettbewerber verändert. Dass dies zwischenzeitlich nachteilig für Lauer wirkte ist zutreffend. Dennoch rangieren wir laut aktueller Studien immer noch unter den drei meistgenannten HMI-Herstellern in Deutschland. Elektronik-Systeme Lauer prägte in der Vergangenheit durch innovative B&B-Technologien als Trendsetter den HMI-Markt. Ich wage zu behaupten, dass Lauer jetzt auf dem Weg ist, seine Vorreiterrolle mit der Produktfamilie WOP-iT, den HMI-Geräten der dritten Generation, zu erneuern.

Auf dieser Prognose gründet auch unsere Planung, die bereits heute eine deutliche Ergebnisverbesserung zeigt. Unser Ziel ist es, zukünftig 10 % an Umsatzrendite vor Steuern zu erwirtschaften. Eine Marge, die in unserem Markt notwendig ist, um weitere Investitionen für zukünftige Entwicklungen aus der Innenfinanzierung zu ermöglichen.