Auf Web-Techniken gebaut #####

Zugriff auf Messwerte und Weiterverarbeitung derselben – jederzeit, rund um die Uhr und von überall auf der Welt. Mit diesen Worten lässt sich das Konzept des web-basierten „Vendor Managed Inventory“ umreißen...

Zugriff auf Messwerte und Weiterverarbeitung derselben – jederzeit, rund um die Uhr und von überall auf der Welt. Mit diesen Worten lässt sich das Konzept des web-basierten „Vendor Managed Inventory“ umreißen, mit dem der Messtechnik-Anbieter Vega den Anlagenbetreiber bei der Optimierung der Geschäftsprozesse unterstützt.

Ein Unternehmen, dessen Kernkompetenz darin liegt, Kunststoffteile für bestimmte Branchen oder Applikationen zu entwickeln, soll sich primär auf den Herstellungsprozess von Kunststofferzeugnissen konzentrieren. Die Sicherstellung einer ausreichenden Menge Granulat hat nichts mit dieser Kernkompetenz zu tun, nimmt aber trotzdem Personen und Arbeitsmittel des Unternehmens in Anspruch. Genau an diesem Punkt setzt das Konzept Vendor Management Inventory, kurz VMI, an: Es verlagert die Verantwortung zur Sicherstellung einer ausreichenden Menge von Kunststoffgranulat vom Konsumenten auf den Lieferanten. Im Idealfall soll dieser die Lieferung jedoch nicht sporadisch – etwa aufgrund von Erfahrungswerten oder auf Zuruf – anstoßen, sondern vollautomatisch nach definierten Regeln. Ziel ist, durch optimiertes Supply-Chain-Management nicht nur die Produktivität zu verbessern, sondern auch die Kosten für die Lagerhaltung durch Lieferungen just-in-time zu minimieren. Gerade heute, da Produktionsstätten weltweit verstreut sind, ist dies keine leichte Aufgabe und setzt perfekt aufeinander abgestimmte Geschäftsprozesse voraus.

Bei der Firma Vega Grieshaber in Schiltach, Hersteller von Komponenten zur Erfassung von Füllstand, Grenzstand und Druck, ist man folglich zur Erkenntnis gelangt, dass der optimale Nutzen für den Anwender nicht nur im Einsatz der Sensoren an sich und damit der Lieferung von Messwerten liegt. Vielmehr sollte darüber hinaus ein System vorhanden sein, welches die erfassten Messwerte sammelt, aufbereitet, visualisiert und eine Weiterverarbeitung in externen Systemen zulässt. Dies hört sich zunächst nach einem komplexen System an, was es allerdings nicht sein darf. Denn in der betrieblichen Praxis müssen nicht nur IT- oder Messtechnik-Spezialisten eine solche Lösung bedienen können, sondern ebenso Disponenten, Lieferanten, Produktionsplaner oder Logistikangestellte.

Für die Nutzung des VMI-Systems ist keinerlei technische Infrastruktur notwendig. Einzig eine funktionsfähige Internetverbindung und ein Web-Browser sind erforderlich. Vega stellt die gesamte Infrastruktur durch einen zentralen Server in Schiltach zur Verfügung. Alternativ können Anwender Web-VV jedoch selbst betreiben. Durch das modulare Konzept und die definierten Schnittstellen lässt sich Web-VV auch auf einem einzelnen Rechner installieren. Dabei ist für die Software-Infrastruktur kein großer Aufwand zu treiben, da die Lösung ebenso mit Windows XP und der kostenlosen Datenbank „Microsoft SQL Server 2005 Express Edition“ lauffähig ist.

Alle anderen notwendigen Komponenten, wie etwa IIS als Web-Server oder Message Queues, werden durch Windows XP bereits geliefert. Bei hohen Ansprüchen an die Performance lassen sich die Komponenten von Web-VV auf mehrere Rechner verteilen, sprich skalieren. Die Datenbank könnte so auf einem anderen Rechner liegen als der Business-Server oder der Communication Service.

Durch den Einsatz eines „Rollenkonzeptes“ erhält jeder Benutzer genau das in der Web-Oberfläche dargestellt, was er zum Erledigen seiner Arbeit benötigt. Es ist beispielsweise nicht notwendig, dass ein Logistik-Angestellter technische Informationen der Feldgeräte sieht oder sich durch technische Informationen in der Bedienoberfläche „durchklicken“ muss. Ein wichtiges Konzept von Web-VV ist zudem die strikte Trennung von Messwert-Management und Messwert-Darstellung. Unter das Messwert-Management fällt die Einrichtung, Konfiguration und Verwaltung der Sensoren. Die Messwert-Darstellung hingegen beschreibt, wie die Messwerte der Sensoren dargestellt werden – zum Beispiel als Balkendiagramme oder als Liniendiagramme. Durch das Rollenkonzept von WEB-VV kann einem Benutzer beispielsweise eine Rolle zugeordnet werden, welche ausschließlich dem Bereich Messwert-Darstellung zugeordnet ist. Ein solcher Benutzer wird so mit keinerlei für ihn überflüssigen technischen Informationen belastet und kann sich ausschließlich auf die dargestellten Messwerte konzentrieren. Die gesamte technische Infrastruktur (Messwert-Management) bleibt für ihn transparent. (Gerhard Herkommer)